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… sieben Bildschirme, eine Leidenschaft
Der Kalender zeigte den 7. Januar 2026. Draußen Winter. Drinnen Bildschirme. Und irgendwo zwischen WhatsApp-Videokacheln, Bier-/Weinglas und halb gefrorenen Schalen begann etwas, das sich sofort vertraut anfühlte: der Neujahrsempfang der Bonsai-Bros.
Sieben Teilnehmer (von max 9). Drei Länder. Eine gemeinsame Sprache – Bonsai.
Klingt nüchtern? War es nicht. Ganz und gar nicht.
Denn was hier zusammenkam, waren keine anonymen Avatare. Sondern sieben Bonsai-Nerds, die man sofort erkennt. Am Blick auf die Knospen. An der Art, wie über Draht gesprochen wird. Und daran, wie schnell ein Gespräch von „Wie kalt ist es bei dir?“ zu „Was läuft aktuell bei Dir?“ kippt.
Schon die geografische Verteilung hatte ihren eigenen Reiz:
Thurgau in der Schweiz, Kärnten in Österreich, Schwaben und Baden, Franken, Thüringen und Berlin. Alpen, Voralpen, Mittelgebirge, Stadtklima. Unterschiedliche Winter, gleiche Fragen.
Und genau da ging es los.
Frostschutz – das Thema, das jedes Jahr wiederkommt. Zu Recht.
Kaum war die Verbindung stabil, lag das erste Thema auf dem virtuellen Tisch: Frostschutz bei Outdoor-Bonsai. Überraschung? Keine. Relevanz? Maximal.
Denn egal ob Balkon, Garten oder Gemeinschaftsfläche – der Januar verzeiht nichts. Und Bonsai schon gar nicht.
In Thurgau klirrte der Frost nachts deutlich unter null. In Kärnten lag Schnee, wie man ihn sich vorstellt. In Berlin diese Jahr echt „knackig“. Schwaben und Baden irgendwo dazwischen. Franken trocken-kalt. Thüringen rau, aber stabil.
Unterschiedliche Bedingungen. Gleiche Grundfrage:
Wie viel Schutz ist genug – und ab wann wird es zu viel?
Diskutiert wurde offen. Ohne Dogma. Ohne erhobenen Zeigefinger. Einer schwört auf geschützte Nordwände, ein anderer auf einfache Abdeckung mit Vlies. Wieder jemand kontrolliert lieber zweimal täglich, statt pauschal einzupacken. Und irgendwo dazwischen die Erkenntnis, die jeder kennt, aber gerne verdrängt: Beobachten ersetzt kein Material – und Material ersetzt kein Beobachten.
Klingt banal? Ist es nicht. Denn genau diese Gespräche fehlen oft im Alltag. In Foren wird diskutiert. In Social Media wird gepostet. Aber hier wurde geredet. Direkt. Ehrlich. Mit Erfahrung.
Reisen, die im Kopf längst begonnen haben
Kaum war das Frostthema halbwegs sortiert, wanderte der Blick – gedanklich – nach Osten. Japan. Kokufu. Die 100. Ausstellung.
Allein dieses Stichwort reichte. Kameras blieben an, Stimmen wurden lebendiger. Wer Bonsai lebt, weiß: Die Kokufu ist kein Event. Sie ist ein Referenzpunkt.
Geplant wurden Reisen. Nicht konkret bis ins Detail, aber greifbar. Wann? Wie lange? Welche Ausstellungen drumherum? Welche Gärtnereien? Und vor allem: Wie viel Zeit bleibt wirklich zum Schauen – nicht nur zum Fotografieren?
Zwischen den Zeilen lag spürbar: Das ist kein Tourismus. Das ist Weiterbildung auf höchstem Niveau. Wer dort steht, schaut anders auf die eigenen Bäume. Kritischer. Ruhiger. Respektvoller.
Parallel dazu wurden europäische Stationen genannt. Hai Yama Ten. Arco. St. Veit. Namen, die in der Szene Gewicht haben. Jeder brachte eigene Erfahrungen ein. Kurze Eindrücke. Kleine Anekdoten. Keine endlosen Vorträge – eher wie beim Smalltalk nach einer Ausstellung, wenn man mit einem Kaffee in der Hand noch einmal durchgeht, was hängen geblieben ist.
Und genau das machte den Reiz aus.
Sieben Bros, viele Perspektiven – und trotzdem ein gemeinsamer Nenner
Was bei diesem Videotreffen besonders auffiel: Trotz unterschiedlicher Herkunft, Stilrichtungen und Erfahrungswege gab es keinen Konkurrenzton. Keine Selbstdarstellung. Keine verdeckten Vergleiche.
Stattdessen Austausch.
Wie löst du das?
Warum machst du es so?
Was würdest du heute anders angehen?
Fragen, die man sonst eher per Nachricht formuliert. Hier kamen sie direkt. Und die Antworten auch.
Ein Teilnehmer aus Baden-Württemberg erzählte von langfristiger Gestaltung ohne Eile. Einer aus Bayern brachte den Fokus auf Rohmaterial und Geduld. Thüringen sprach über Standortfragen. Berlin über urbane Bedingungen. Kärnten über Höhenlage. Thurgau über Feuchtigkeit. Unterschiedliche Rahmenbedingungen – gleiche Leidenschaft.
Und zwischendurch immer wieder dieses kurze Lächeln, wenn jemand merkt: Genau das kenne ich auch.
Das große Ziel: Oktober 2026
Irgendwann – ganz ohne Agenda – tauchte das Thema auf, das sofort alle wach machte: ein gemeinsames Treffen im Oktober 2026. Anlass: die Jahresausstellung des BCD.
Plötzlich war Planung im Raum. Kein fixer Plan, aber ein gemeinsamer Fokus. Wer kommt wann? Wie lange? Unterkunft? Zeitfenster für Gespräche abseits der Ausstellung?
Noch nichts festgezurrt. Und genau das war gut so. Denn die Vorfreude entstand nicht durch Details, sondern durch das Gefühl: Das passiert wirklich.
Virtuelle Treffen sind gut. Reale Begegnungen bleiben unersetzlich. Bäume live sehen. Oberflächen fühlen. Proportionen erfassen. Und abends zusammensitzen, ohne Bildschirm dazwischen.
Der Oktober rückte gedanklich näher. Und mit ihm das Bewusstsein: Diese Gruppe ist mehr als ein Chat.
Warum solche Treffen wichtig sind – gerade jetzt
Im Alltag passiert vieles nebenbei. Ein Foto hier. Ein Kommentar dort. Ein kurzes Like. Das hält den Kontakt, ersetzt aber kein Gespräch.
Der Neujahrsempfang der Bonsai-Bros zeigte, wie wertvoll bewusst gesetzte Zeit ist. Zwei Stunden Videokonferenz kann mehr bringen als Wochen fragmentierter Kommunikation. Nicht, weil mehr Informationen fließen. Sondern weil Zusammenhänge entstehen.
Wer zuhört, lernt.
Wer fragt, entwickelt sich.
Wer teilt, wächst – fachlich und menschlich.
Das gilt für Anfänger genauso wie für erfahrene Gestalter. Und genau deshalb war dieser Abend mehr als ein lockerer Jahresauftakt.
Bonsai als Konstante im Wandel
Während draußen Wettermodelle verrücktspielen und Jahreszeiten ihre Grenzen verschieben, bleibt Bonsai ein ruhiger Gegenpol. Langsam. Beobachtend. Konsequenz statt Aktionismus.
Das spiegelte sich auch im Gespräch. Keine Hektik. Kein Drang, alles sofort zu lösen. Stattdessen: Fragen stehen lassen. Gedanken weitertragen. Entscheidungen reifen lassen.
Vielleicht liegt genau darin die Stärke solcher Runden. Sie erden. Im besten Sinne.
Fazit – und eine Einladung an dich
Der Neujahrsempfang der Bonsai-Bros 2026 war kein offizielles Event. Keine Bühne. Kein Programm. Und gerade deshalb so wertvoll.
Sieben Menschen. Sieben Bildschirme. Eine gemeinsame Leidenschaft, die verbindet – über Ländergrenzen hinweg.
Wenn du Bonsai liebst, kennst du dieses Gefühl.
Wenn du dich manchmal fragst, ob andere dieselben Themen beschäftigen – ja, tun sie.
Und wenn du überlegst, ob Austausch wirklich etwas bringt – dieser Abend war die Antwort.
Jetzt bist du dran:
Mit wem tauschst du dich bewusst aus?
Wann hast du zuletzt einfach gesprochen, statt nur zu schreiben?
Und welche Gespräche möchtest du 2026 führen?
Vielleicht beginnt es genau so. Mit einem Termin. Einer Einladung. Und der Bereitschaft, zuzuhören.
Die Bonsai-Bros
- Bonsai & Koi

- Bonsai Style

- Bonsaigarten Birkach

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- Sandro’s Koi & Bonsai

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- Bonsai-Treff

Nachklapp: Alle Beiträge auf diesem Blog entstehen aus meinem eigenen Interesse an den jeweiligen Themen. Ich teile hier meine persönlichen Erkenntnisse und Erfahrungen, um dir hilfreiche Einblicke zu geben.
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