Ein Wurzelsteckling ist ein Stück Wurzel, das als Steckling ins Substrat gesetzt wird und zu einer neuen Pflanze austreibt.
根伏せ · nebuse · wörtlich Wurzel legen · deutsch Wurzelschnittling
Stand: 2026-09-25
Was gemeint ist
Weil beim Wurzelsteckling eigenwillige Formen entstehen, eignet sich das Verfahren besonders, um Material für Shohin zu gewinnen. Wie jeder Steckling übernimmt die neue Pflanze die Eigenschaften der Mutterpflanze.
Das Verfahren setzt Wurzeln voraus, die leicht Adventivknospen bilden, und wird deshalb vor allem bei Stauden und bei den Blütengehölzen genutzt, die dazu neigen. Unter den Bonsaiarten gehört etwa der Chōjubai zu den Scheinquitten. Die Gattung der Scheinquitten zählt zu den Gehölzen, die sich über Wurzelstecklinge vermehren lassen.
In der Praxis
- Von den überflüssigen Wurzeln, die etwa beim Umtopfen anfallen, wird ein schön geformtes Stück ausgewählt.
- Das Stück wird auf 5 bis 6 Zentimeter geschnitten und so eingesetzt, dass nur das obere Ende ein wenig herausschaut.
- Die Triebe bilden sich am stammnahen Ende des Wurzelstücks, deshalb kommt dieses Ende nach oben.
- Damit das Stück nicht verkehrt herum steckt, wird es am stammnahen Ende gerade und am stammfernen Ende schräg geschnitten.
Häufige Verwechslung
Im Gartenbau werden Wurzelschnittlinge vor allem bei Stauden verwendet und dort etwa einen Zentimeter hoch mit Substrat bedeckt. Beim Bonsai schaut das obere Ende dagegen ein wenig heraus.
Verwandte Begriffe
Quellen
- 近代出版, 盆栽用語集, Einträge ねぶせ【根伏せ】 und さしき【挿し木】, abgerufen am 2026-09-24
- 日本大百科全書 (ニッポニカ, Shōgakukan), Artikel 根伏せ, Text von 堀保男, über Kotobank, abgerufen am 2026-09-24
- Royal Horticultural Society, „Root cuttings“, abgerufen am 2026-09-25
- University of Florida IFAS u. a., Plant Propagation, „Polarity“, abgerufen am 2026-09-25
- NC State Extension, Extension Gardener Handbook, Kapitel 13, abgerufen am 2026-09-25
- 盆栽エンパイア, 長寿梅とボケ, abgerufen am 2026-09-25
