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Spätfrost

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Spätfrost ist ein Kälteeinbruch im Frühjahr, der die frisch ausgetriebenen und deshalb wenig frostharten Triebe erfrieren lässt.

Stand: 2026-09-23

Was gemeint ist

Der Schaden entsteht, wenn Bäume nach Ende ihrer Winterruhe im Frühjahr frisch austreiben und die zu diesem Zeitpunkt weniger frostharten Triebe bei einem erneuten Kälteeinbruch erfrieren; maßgeblich ist damit der Zeitpunkt und nicht eine Temperatur. Frostmonate sind April, Mai und bisweilen auch der Juni.

Meist überleben die Bäume den Schaden, doch beim nächsten Neuaustrieb kommt es häufig zu wertmindernder Zwieselbildung. Der Spätfrost ist damit in der Regel kein tödliches, sondern ein gestalterisches Ereignis.

Wodurch der Baum dem Spätfrost ausgeliefert wird

Das Herausstellen im Vorfrühling fällt in die Zeit des Spätfrosts.

Wärme im Winter treibt die Knospen an. Gezielt genutzt wird das, wenn eine Japanische Aprikose (Ume) schon zu Neujahr blühen soll, dann kommt sie in einen Innenraum, der nicht zu warm wird, etwa den Hauseingang, und ihre Knospen werden übersprüht. Ein Bonsai, der im Winter ins geheizte Haus geholt wird, wird auf dieselbe Weise angetrieben, nur ungewollt.

Ein zu mildes Winterquartier wirkt in dieselbe Richtung. Ein Baum, der dort gleichmäßig mild überwintert, verliert seine Frosthärte früher als einer, der draußen echten Frost erlebt.

In der Praxis

  • Im Winter kommt der Bonsai nicht ins geheizte Haus, es sei denn, ein früher Austrieb oder eine frühe Blüte ist gewollt.
  • Die Überwinterungseinrichtung bleibt grundsätzlich ungeheizt und wird tagsüber gelüftet.
  • Nach dem Herausstellen bleibt das Spätfrostfenster bis in den Mai im Blick.
  • Früh austreibende Arten, etwa die Chinesische Quitte, kommen schon am Vortag unter ein Vordach, wenn in einer klaren Nacht Frost droht, denn der frisch geöffnete, weiche Trieb nimmt durch Frost Schaden. Nach dem Umtopfen im Februar steht die Chinesische Quitte ebenfalls unter einem Vordach.
  • Das Schattiergewebe, ein grob gewebtes breites Tuch aus Baumwolle oder Nylon, hält im Sommer die direkte Sonne und im Winter den Frost vom Stellplatz oder vom Baum ab.

Häufige Verwechslung

Spätfrost und Winterfrost treffen denselben Baum in zwei verschiedenen Zuständen. Beim Spätfrost ist der Baum bereits ausgetrieben und der junge Trieb wenig frosthart. Beim Kälteeinbruch nach einer Wärmephase im Winter ist er noch nicht ausgetrieben, hat aber durch die Wärme an Frosthärte verloren. In beiden Fällen entscheidet die verlorene Frosthärte und nicht der Kältewert.

In der japanischen Bonsaipflege ist Frost etwas, wovor der ruhende Baum im Winter geschützt wird. Die Überwinterungseinrichtung, der Sammelbegriff für Schutzeinrichtungen in der Winterzeit, schützt den Baum vor Frost und die Schale vor dem Zerspringen durch Frost. Eine Antwort auf den Spätfrost ist sie nicht, denn sie wird vor dem Höhepunkt der Kälte bezogen und im Vorfrühling verlassen.

Verwandte Begriffe

Quellen

  • 近代出版, 盆栽用語集, Einträge むろ【ムロ】 und かんれいしゃ【寒冷紗】, abgerufen am 2026-09-23
  • Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, Merkblatt 31 „Spätfrostschäden – erkennen und vermeiden“, November 2022, abgerufen am 2026-09-23
  • Mura u. a., „Is It Cold Enough?“, Physiologia Plantarum 177 (2025), e70586, abgerufen am 2026-09-23
  • 近代出版, 今月の作業・管理レシピ, Dezember und März, abgerufen am 2026-09-25
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