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Schwefelkalk

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Schwefelkalk ist ein altes Spritzmittel, das im Bonsai zugleich zur Winterbehandlung des Baumes und zum Abschluss der Totholzarbeit benutzt wird.

石灰硫黄合剤 · sekkai iō gōzai · wörtlich Kalk-Schwefel-Gemisch

Stand: 2026-09-24

Dieser Eintrag gibt Normtext wieder und ersetzt keine Rechtsberatung. Zuständig ist Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).

Was gemeint ist

Schwefelkalk gehört zu den seit alters verwendeten Pflanzenschutzmitteln mit pilztötender und milbentötender Wirkung. Er wird je nach Bedarf mit Wasser verdünnt und entweder mit dem Pinsel aufgetragen oder mit dem Sprühgerät gespritzt. Die Verdünnung richtet sich nach der Jahreszeit und nicht nach dem Zweck; im Winter, wenn die Gehölze ruhen, gilt allgemein zwanzigfach als angemessen, außerhalb dieser Zeit etwa tausendfach, und beide Werte sind übliche Angaben, keine Vorschrift.

Zur Winterbehandlung ist es üblich geworden, vor dem Einräumen zur Überwinterung zu spritzen, weil in der Ruhezeit auch eine hohe Konzentration keinen Pflanzenschaden mehr verursacht. Das Mittel dringt ein und bildet einen Film und wirkt deshalb gegen Insekteneier, die zwischen der Rinde abgelegt sind, und gegen Schildläuse. Die Behandlung gilt Nadel-, Laub- und Fruchtgehölzen gleichermaßen, etwa Schwarzkiefer, Sicheltanne, Zelkove, Buche, Liguster, Chinesischer Quitte und Zierapfel. Bei Fächerahorn und Dreispitzahorn wird die Lösung in der Ruhezeit zehn- bis dreißigfach verdünnt auf die Rinde gestrichen, damit die in Ritzen überwinternden Schädlingseier im Frühjahr nicht schlüpfen.

Bei der Totholzarbeit wird das Mittel unverdünnt benutzt. Jin und Shari finden sich vor allem an Nadelgehölzen, besonders am Chinesischen Wacholder und am Nadelwacholder. Neben dem Totholz liegt bei allen Bäumen mit Jin und Shari, etwa Chinesischem Wacholder, Nadelwacholder und Eibe, die lebende Wasserader, die ausdrücklich vom abgestorbenen Teil zu unterscheiden ist. Das Holz der Wacholder wird im Winter geschnitzt, am Chinesischen Wacholder gilt diese Zeit als die beste. Neues Totholz wird dagegen am besten im Vorfrühling oder im Spätsommer angelegt, weil der Baum die dabei entstehenden Wunden dann rasch schließt.

In der japanischen Fachsprache heißt dieser Anstrich Schminken und ist damit Kosmetik, ein Schutzzweck wird nicht genannt. Das Bonsaimuseum Ōmiya dagegen nennt Schwefelkalk ein Konservierungsmittel, das zum Abschluss aufgetragen wird und die Fäulnis verhindert.

Wie Schwefelkalk das Totholz färbt

Mit Schwefelkalk gestrichenes Totholz wird heller und zugleich vor Fäulnis geschützt, trocknen muss der Anstrich eine Nacht lang. Soll das Totholz deutlich weiß erscheinen, wird ein wenig weiße Farbe untergemischt.

Die weiße Farbe des Totholzes kommt vom Holz selbst, das verrottet und zu Knochen geworden ist, also von einem Zustand des Holzes und nicht von einer Behandlung.

Zulassung in Deutschland

Das deutsche Register führt den Wirkstoff unter dem Namen Schwefelkalkbrühe, englisch lime sulphur, als genehmigt. Zugelassen ist genau ein Mittel, CURATIO. Seine drei Anwendungsgebiete liegen durchweg im Obstbau, der Wirkungsbereich ist Fungizid, die Anwenderkategorie beruflich, und für den Haus- und Kleingarten ist keines der drei zugelassen. Zierpflanzen, Ziergehölze und Bonsai kommen in keinem Anwendungsgebiet vor.

In der Praxis

  • Vor der Winterbehandlung werden Stamm und Äste gewaschen, was allein schon einiges gegen Krankheiten und Schädlinge ausrichtet, und manche Betriebe waschen nur und spritzen gar nicht.
  • Gespritzt wird erst, nachdem einmal Frost gefallen ist, denn wer schon bei hohen Temperaturen spritzt, riskiert Pflanzenschaden.
  • Gespritzt wird eine etwa zehn- bis fünfzigfache Verdünnung, gleichmäßig bis auf die Unterseiten von Zweigen und Blättern, und dabei gelangt nichts in das Substrat.
  • Nach der Behandlung bleiben die Bäume eine Woche bis zehn Tage im Freien, bevor sie eingeräumt werden.
  • Am Totholz wird zuerst die Rinde mit Jin-Zange, Messer und Schleifpapier abgetragen. Nach dem Grobschnitt mit Stemmeisen und Messer wird sorgfältig mit Papier nachgeschliffen und aufpoliert, und zum Abschluss wird unverdünnter Schwefelkalk aufgepinselt.
  • Die Flüssigkeit ist rotbraun, riecht nach Fäulnis, ist stark alkalisch und metallkorrosiv. Sie gehört nicht an Augen, Haut oder Kleidung, und gearbeitet wird an einem gut gelüfteten Ort mit passender Schutzausrüstung, nicht in der Nähe von Hitze und Feuer.
  • Die Mischung mit sauren Stoffen wird vermieden, weil dabei giftiger Schwefelwasserstoff entsteht.
  • Nach jedem Gebrauch wird der Behälter verschlossen und kühl und trocken aufbewahrt, fern von Feuer und direkter Sonne und getrennt von Lebensmitteln.

Häufige Verwechslung

Schwefelkalk und Wundverschlussmittel werden beide gestrichen, sind aber zweierlei. Das Wundverschlussmittel kommt auf die Schnittstelle nach einem Astabtrag, damit sie schnell heilt, und hat damit einen anderen Zweck und eine andere Stelle.

Verwandte Begriffe

Quellen

  • 近代出版, 盆栽用語集, Eintrag せっかいいおうごうざい【石灰硫黄合剤】 und die genannten Nachbareinträge, abgerufen am 2026-09-24
  • 近代出版, 今月の作業・管理レシピ, Seiten 11月〜12月 und 12月〜1月, abgerufen am 2026-09-24
  • 観光庁, 地域観光資源の多言語解説文データベース, „盆栽の技術“ (R1-01362), erstellt 2019, abgerufen am 2026-09-24
  • Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Datenbank der zugelassenen Pflanzenschutzmittel, abgerufen am 2026-09-24
  • サンケイ化学株式会社, 安全データシート「サンケイ石灰硫黄合剤」, Fassung 2025-05-30, abgerufen am 2026-09-24
  • Bonsai Empire, „Deadwood on Bonsai (Jin, Shari and Uro)“, abgerufen am 2026-09-25
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