Bonsai aus selbstgesammelten Samen – ein Versuch – Part I

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Lesedauer 3 Minuten

aka Suchen-Sammeln-Vorbereiten-Keimen

Inmitten des grünen Dickichts, zwischen den sanften Hügeln und dem leisen Rauschen der Blätter, liegt eine Welt voller Schätze verborgen. Jeder Spaziergang im Wald mit meinem Cooper birgt die Möglichkeit, etwas Einzigartiges zu entdecken. Vor Kurzem begab ich mich auf eine solche Expedition, nicht nur um die frische Luft zu genießen, sondern auch, um nach einem ganz besonderen Schatz zu suchen: Samen für meine Bonsai-Sammlung und das eher zufällig/beiläufig.

Es war ein sonniger Tag, als Cooper (Labrador-Rüde) und ich uns auf den Weg machten. Während unserer üblichen Hunderunde ließen wir uns von der Natur inspirieren. Unter den majestätischen Robinien fanden wir, was wir (aktuell eigentlich nicht) suchten: Samenkapseln, die bereit waren, ihr Geheimnis preiszugeben.

Zurück zu Hause begann das eigentliche Abenteuer. Ich packte alle Sammenhülsen auf den Tisch, öffnete sie, entnahm den “Schatz”, füllte ein Glas mit warmem Wasser und ließ die Samen sanft einen Tag darin einweichen. Dieser Schritt ist entscheidend, um die harte Schale der Samen aufzuweichen und den Keimprozess zu erleichtern.

Während die Samen im Wasser ruhten, betrachtete ich sie mit einer Mischung aus Neugier und Vorfreude. Es war faszinierend zu bedenken, dass aus diesen winzigen Samen eines Tages prächtige Bonsaibäume erwachsen könnten.

Wie heißt es so schön in einem Märchen der Gebrüder Grimm: “Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins … “. Genau so oder eben fast so, zeigten mir eben diese Samen selber, welche “gewillt” waren jemals in eine Art Keimung “einzuwilligen” und wer einfach noch hohl war. Die “Guten” sanken zu Boden, die Hohlen schwammen oben auf.

Ich nahm also die “Willigen” und legte sie in eine Art “Keimbett” aus Haushaltstücher (Zewa, upps habe ich Zewa gesagt? 😉 ) und wässerte das Ganze in der “Vorkeimeinrichtung”.

Nun hieß es WARTEN, eine Eigenschaft, die dem Hard-Core-Bonsaianer nicht fremd ist (besser nicht fremd sein sollte 😉 )

Nach gut einem Monat lüftete ich die “Zudecke” und, neben noch sehr vielen “Zurückhaltenden” erblickte mein nun erstauntes Auge einen WIRKLICHEN Keimling, der Hammer … das klappt ja wirklich, obwohl die bisheriger Ausbeute eher ausbaufähig schien. Mir war es egal, einer war der Beweis und mein Herz hüpfte… wie geil ist das denn bitte?!

Der nächste Schritt war das Vereinzeln des Keimlings. Mit äußerster Vorsicht hob ich den “Auserwählten” aus seinem Küchentuchbett und setzte ihn in ein vorbereitetes Entwicklungstöpfchen in eine Sphagnummoos/Kokosgraßmischung . Diese Phase erforderte Geduld und Fingerspitzengefühl, denn es galt, das zarte Pflänzchen (und den zukünftigen Bonsai 😉 ) nicht zu beschädigen.

Während ich mich um meinen aufkeimenden “Bonsai” kümmerte, wurde mir klar, dass dieses Projekt weit mehr war als nur eine einfache Spielerei. Es war eine Verbindung zur Natur, eine Möglichkeit, die Wunder des Lebens in seiner reinsten Form zu erleben. Und auch wenn ich vielleicht nicht mehr der Jüngste (61) bin, so habe ich doch das Privileg, mich immer wieder von den einfachen Freuden und Schönheiten der Natur überraschen zu lassen.

Meine Reise in diese Welt der Bonsai aus selbstgesammelten Samen ist noch lange nicht zu Ende. Doch schon jetzt weiß ich, dass dieser Waldspaziergang und die kleinen Samen, die ich dort fand, einen besonderen Platz in meinem Herzen eingenommen haben. Sie sind mehr als nur Pflanzen – sie sind Symbole für Geduld, Achtsamkeit und die unendliche Kraft der Natur.

Wie heißt es immer so schön: “Er bleibt spannend, bleiben Sie dran” und das gilt sicherlich auch hier. Ich werde berichten, wenn es etwas zu berichten gibt … so oder so. Damit meine ich den nächsten Schritt oder das Versagen.

Also… bleibt gespannt, ich bin es allemal.

Hier die Bildergeschichte zum vorangegangenen Text

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