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Stell dir folgende Szene vor.
Samstagmorgen. Kaffee in der Hand. Du gehst deine Runde durch den Garten.
Die Lärche sieht gut aus. Der Wacholder braucht Wasser.
Und beim Ahorn kommt dieser Gedanke: „Wann war nochmal der letzte Schnitt?“
Kurz darauf:
„Hatte der im Frühjahr Dünger bekommen… oder bilde ich mir das ein?“
Also Handy raus. Fotos suchen. Notizen durchscrollen. Vielleicht irgendwo ein Eintrag. Vielleicht auch nicht.
Kennst du?
Genau da fängt Chaos an.
Nicht beim Baum.
Bei der Organisation.
Und dann kommt plötzlich so ein unscheinbares Ding ins Spiel, das man eher aus dem Lager oder vom Bezahlen im Supermarkt kennt:
NFC-Tags. Kleine Plastikchips. Outdoor-tauglich. Wetterfest. Scanbar.
Klingt erstmal nach Technikspielzeug. Ist aber in Wahrheit ein verdammt praktisches Werkzeug für Bonsai.
Die Idee entstand ganz nebenbei – im Messenger
Kein großes Projekt. Kein Masterplan.
Einfach ein Gespräch.
Eine Bonsai-Freundin auf Facebook schickt eine Nachricht.
„Schon mal über NFC-Tags nachgedacht?“
Erstmal Stirnrunzeln. Dann Neugier. Ein paar Links.
Ein bisschen Austausch. Zwischendurch Recherche mit KI.
Fragen wie:
- Was geht damit?
- Wie kompliziert ist das?
- Braucht man Programmierkenntnisse?
Und irgendwann dieser Satz:
„Ach komm. Zehn Stück bestellen. Einfach ausprobieren.“
Experiment-Modus an.
Wenn man ehrlich ist – viele von uns sind doch genau so gestrickt.
Bonsai-Nerd plus ein Hauch Technik-Spieltrieb. Gefährliche Mischung.
Zwei Tage später lagen sie auf dem Tisch
Zehn kleine NFC-Tags.
Plastikgehäuse. Robust. Unempfindlich gegen Regen, Sonne, Erde.
Wichtig übrigens: Plastikvariante für draußen.
Papier- oder Stickerlösungen sehen nach einem Sommer aus wie ein altes Pflanzenetikett.
Outdoor heißt: gießen, spritzen, Wind, Schmutz.
Die Chips müssen das abkönnen.
Diese hier tun’s.
Und dann kommt der spannende Moment: „Okay… und jetzt?“
Was soll so ein Chip überhaupt können?
Ganz simpel.
Du hältst dein Smartphone dran.
Zack – Infos öffnen sich automatisch.
Kein App-Suchen.
Kein Login-Marathon.
Kein „Moment, ich schau mal nach“.
Nur: Scan → Daten da.
Wie kontaktlos bezahlen. Nur eben mit Baumdaten.
Und plötzlich fühlt sich das Ganze logisch an.
Jeder Baum bekommt seinen eigenen digitalen Schlüssel.
Schritt 1 – eine App, die keinen Informatikkurs verlangt
Natürlich braucht man etwas, um Daten auf den Chip zu schreiben.
Die Wahl fiel schnell auf „NFC Tools“.
Warum? Weil’s angenehm unspektakulär ist.
App öffnen.
„Schreiben“.
Text oder Link einfügen.
Tag dranhalten.
Fertig.
Dauert Sekunden.
Kein Technikfrust. Kein Gefummel.
Genau so muss das sein. Bonsai ist schließlich Entspannung – keine Systemadministration.
Text speichern oder lieber einen Link?
Die nächste Frage war entscheidend.
Was kommt auf den Tag?
- Reiner Text?
- Kurze Infos?
- Oder ein Link zu etwas Größerem?
Gedankenspiel:
Text → schnell, aber unflexibel
Komplexe App → aufwendig
Cloud-System mit Kosten → unnötig
Lokale Datenbank → zickig
Ein kurzer Versuch, den Tag direkt mit der Ninox-Bonsai-App zu koppeln, lief nicht rund.
- iCloud wollte nicht sofort.
- Cloud-Upgrade kostet monatlich.
Und ehrlich:
Für ein paar Bäume ein Abo abschließen? Fühlt sich falsch an.
Also zurück zu etwas Bewährtem.
Google Sheets.
Einfach. Kostenlos. Von jedem Gerät erreichbar.
Und plötzlich klickt alles.
Die Entscheidung: Ein Google Sheet pro Baum
Noch ein Punkt vorweg, ganz wichtig – bevor jetzt jemand denkt: „Ah, ich muss also Google Sheets verwenden.“
Nein. Musst du nicht.
Ob Excel, Google Docs, eine App, eine Datenbank oder ein klassisches Notizsystem – nimm einfach das Werkzeug, mit dem du dich wohlfühlst.
Am Ende zählt nur eins: Du kommst schnell an deine Infos.
- Wenn dein Herz für Excel schlägt → perfekt.
- Wenn du lieber eine App nutzt → go for it.
- Wenn du alles in einem Dokument sammelst → funktioniert genauso.
Der NFC-Tag ist nur der Türöffner.
Er speichert schlicht einen Link oder Text – wohin der führt, entscheidest du.
Hier lief der Test mit Google Sheets, weil es kostenlos, flexibel und auf jedem Smartphone sofort verfügbar ist. Kein Login-Theater, keine Installation, kein Aufwand. Genau deshalb passte es im Alltag am besten.
Aber: Bau dir dein System so, wie es zu dir passt.
Deine Bäume. Deine Regeln. Deine Lösung.
Hier wird’s interessant.
Nicht eine große Liste für alle Pflanzen.
Sondern: Ein eigenes Sheet für jeden Baum.
Warum?
Weil jeder Bonsai seine Geschichte hat.
- Seine Eingriffe.
- Seine Entwicklung.
- Seinen Rhythmus.
Das ist kein Lagerbestand.
Das ist eher ein Tagebuch.
Und mal ehrlich: Du willst nicht durch 500 Zeilen scrollen, nur um eine Kiefer zu finden.
Ein Baum. Ein Link. Ein Scan.
Sauber.


Der Aufbau – vier Tabs, mehr braucht es nicht (in der Test-/Entwurfsphase)
Jetzt kommt der praktische Teil. Klar strukturiert. Ohne Overengineering.
1. Steckbrief
So etwas wie der Personalausweis.
Art
Grunddaten
statische Infos
Links zu weiterführenden Quellen wie Natura DB
Alles, was sich selten ändert.
Wenn dich beim Vereinsabend jemand fragt:
„Was ist das genau für eine Sorte?“
Scan. Zeigen. Thema erledigt.




2. Pflegeprotokoll – das Herzstück
Hier spielt die Musik.
Eine Zeile = ein Ereignis.
- Schnitt
- Wurzelarbeit
- Umtopfen
- Düngen
- Planung
- Notizen
Kurz eintragen. Datum dazu. Fertig.
Keine Romane.
Und dann kommt der Luxus:
- Filter.
- Nur Düngen anzeigen.
- Nur Schnitt anzeigen.
- Zeitraum filtern.
Plötzlich erkennst du Muster.
- „Alle vier Wochen Dünger funktioniert super.“
- „Zu früher Rückschnitt bremst.“
Das ist Wissen. Kein Bauchgefühl.

3. Fotos
Hand aufs Herz:
Man denkt immer, man merkt sich die Entwicklung.
Tut man nicht.
Drei Monate später steht man davor und fragt sich:
„War der Stamm schon immer so dick?“
Also:
Google-Drive-Links rein.
Oder Bilder direkt ins Sheet.
Vorher-Nachher anschauen macht richtig Spaß.
Fast wie ein Mini-Zeitraffer.
Motiviert ungemein.

4. Baumstatus & Historie
Langzeitdaten.
- Größe
- Schalenwechsel
- Stammzuwachs
- Entwicklungsphasen
Das ist dein Überblick über Jahre. nb
Blättert man später durch, sieht man echte Fortschritte.
Und genau das hält bei Laune.

Und der NFC-Tag selbst?
Ganz unspektakulär.
Er enthält nur: den Link zum jeweiligen Google Sheet
Mehr nicht, denn der Speicherplatz eines (dieses) NFC-Tags ist nicht allzu groß.
Je simpler, desto stabiler.
Handy dranhalten → Dokument öffnet sich sofort.
Direkt am Baum.
Mit Erde an den Fingern.
Ohne Umwege.

Alltagstest – taugt das wirklich was?
Stell dir typische Situationen vor.
Du gießt.
Dir fällt auf: „Dünger fehlt.“
Scan. Eintrag. Weiter.
Oder:
Jemand fragt im Chat: „Wann hast du zuletzt umgetopft?“
Kurz nachgeschaut. Datum parat.
Oder beim Smalltalk im Garten:
„Wie lange steht der schon in der Schale?“
Scan. Antwort.
Das Ganze fühlt sich irgendwann selbstverständlich an.
Wie ein Lichtschalter.
Kleiner Sidekick – der zweite Nutzen eines Tags
Wenn man schon Chips bestellt, kann einer noch etwas anderes übernehmen.
Ein zusätzlicher Tag bekam einen Link zu einem Google Doc mit wichtigen Kontaktdaten und Basisinformationen.
Einfach scanbar. Für jedes Smartphone lesbar.
Unauffällig. Praktisch. Beruhigend.
Mehr braucht es dazu gar nicht.
Warum das Konzept so gut funktioniert
Weil es drei Dinge kombiniert:
- Simpel
- Schnell
- Alltagstauglich
- Keine komplexe Software.
- Keine Kosten.
- Keine Hürden.
Nur: Chip + Handy + Google Sheet.
Und plötzlich wirkt die eigene Sammlung strukturiert wie ein kleines Archiv.
Fast schon professionell.
Für wen lohnt sich das?
Wenn du…
– mehrere Bäume hast
– Pflege dokumentieren willst
– Ordnung magst
– Technik aber einfach bleiben soll
… dann passt das perfekt.
Kein Nerdprojekt.
Sondern eine saubere, pragmatische Lösung.
Genau so, wie man es im echten Leben braucht.
Jetzt mal ehrlich
Du investierst Stunden in Drahten, Schneiden, Umtopfen.
Warum sollten die Infos dazu im Kopf oder auf Zetteln verschwinden?
Deine Bäume bekommen Struktur.
Deine Daten dürfen das auch.
Ein NFC-Tag kostet ein paar Euro.
Der Nutzen? Jeden Tag spürbar.
Und jetzt bist du dran
Wie dokumentierst du aktuell?
Notizbuch?
Gar nicht?
Irgendeine App, die du nie öffnest?
Wie viele Bäume stehen bei dir?
Wäre ein Scan pro Baum entspannter als Suchen?
Vielleicht einfach testen.
Zehn Chips.
Ein Wochenende.
Ein Baum als Start.
Und dann schauen, wie schnell das zur Gewohnheit wird.
Große Wette: schneller als gedacht.
Zwei kurze Fragen an dich
- Wie viele Bäume möchtest du damit verwalten?
- Soll der nächste Artikel eher als Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Screenshots aufgebaut sein?
- Interessieren dich zusätzlich Vorlagen für das Google-Sheet?

Podcast zum Thema – Die Außensicht, einfach mal reinhören 😉
Nachklapp: Alle Beiträge auf diesem Blog entstehen aus meinem eigenen Interesse an den jeweiligen Themen. Ich teile hier meine persönlichen Erkenntnisse und Erfahrungen, um dir hilfreiche Einblicke zu geben.
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