Brennglas-Effekt

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Der sogenannte „Brennglas-Effekt“ ist theoretisch möglich, aber in der Praxis bei Pflanzen meist stark übertrieben.

Die Idee dahinter:
Wassertropfen auf Blättern wirken wie kleine Linsen und bündeln Sonnenlicht. Das kann tatsächlich zu lokalen heißen Punkten führen.

Allerdings passiert Folgendes in der Realität:

  • Viele Blätter sind nicht glatt genug, damit Tropfen perfekt fokussieren.
  • Tropfen rollen oft ab oder verdunsten schnell.
  • Der Brennpunkt liegt bei vielen Tropfen sogar unter oder über der Blattoberfläche statt genau darauf.
  • Pflanzenblätter kühlen sich durch Verdunstung teilweise selbst.

Deshalb sagen heutige Untersuchungen:

  • Normales Gießen in der Sonne verbrennt Pflanzen meist nicht durch Tropfen.
  • Schäden entstehen viel häufiger durch:
    • starke Mittagshitze,
    • trockenen Boden,
    • Salz-/Düngerrückstände,
    • oder empfindliche Jungpflanzen.

Es gibt aber Ausnahmen:

  • Sehr feinhaarige oder empfindliche Blätter können eher reagieren.
  • In Gewächshäusern mit extrem direkter Einstrahlung kann es punktuell passieren.
  • Kleine Setzlinge sind empfindlicher.

Praktisch bleibt trotzdem sinnvoll:

  • morgens oder abends gießen,
  • weil dann weniger Wasser verdunstet,
  • und die Pflanzen insgesamt weniger Stress haben.

Also kurz gesagt: Der Brennglas-Effekt existiert physikalisch, ist aber wahrscheinlich nicht der Hauptgrund für „verbrannte“ Pflanzen nach dem Gießen.

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