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Buchbesprechung: Bonsai-Geschichten von Hermann Haas

Lesedauer 11 Minuten

Ein Buch über heimische Findlinge, jahrzehntelange Entwicklung und die Kunst, im richtigen Moment das Richtige zu tun.

Manche Bücher stehen auf der Wunschliste, bis sich endlich die passende Gelegenheit ergibt. Bei Bonsai-Geschichten – oder wie aus heimischen Findlingen Bonsai wurden von Hermann Haas war es das Event „Bonsai-Faszination 2026“ in Salach. Dort konnte dieser lang gehegte Wunsch endlich erfüllt werden. Und das Beste daran? Der Kauf direkt vor Ort ersparte auch noch die Versandkosten. Manchmal sind es eben die kleinen Dinge, die einen ohnehin schönen Bonsai-Tag zusätzlich versüßen.

Doch lohnt sich die dritte Auflage wirklich? Was hat Hermann Haas gegenüber der vorherigen Ausgabe ergänzt? Und wie unterscheidet sich sein Buch von Bonsai – Gestalten mit heimischen Gehölzen von Werner M. Busch und Achim R. Strecker?

Beide Bücher beschäftigen sich mit heimischen Bäumen und ihrer Eignung als Bonsai. Trotzdem verfolgen sie unterschiedliche Ansätze. Genau darin liegt der Reiz dieses Vergleichs.

1. Hermann Haas und seine Bonsai-Geschichten: Wenn aus einem Findling ein Bonsai wird

Wer sich mit heimischen Bonsai beschäftigt, kennt das besondere Gefühl, einen Baum in der Natur zu entdecken, dessen Stammverlauf, Bewegung oder Rinde bereits eine Geschichte erzählen.

Vielleicht ist es eine alte Hainbuche mit einem spannenden Stammfuß. Vielleicht eine Birke, deren Stamm durch Wind und Wetter gezeichnet wurde. Oder eine Eiche, die mit ihrem knorrigen Erscheinungsbild sofort die Fantasie anregt.

Solche Bäume besitzen oft Eigenschaften, die sich mit jungem Baumschulmaterial nur schwer nachbilden lassen. Ihre natürliche Entwicklung hat bereits Strukturen geschaffen, die ein Bonsai-Gestalter gezielt aufgreifen kann.

Genau hier setzt Hermann Haas mit seinem Buch Bonsai-Geschichten – oder wie aus heimischen Findlingen Bonsai wurden an.

Haas beschäftigt sich seit 1982 mit Bonsai. Seine Gestaltungen entstehen überwiegend aus heimischen Findlingen. Dabei dokumentiert er die Entwicklung seiner Bäume und zeigt, wie sich aus dem ursprünglichen Ausgangsmaterial über viele Jahre hinweg ausdrucksstarke Bonsai entwickeln können.

Das Besondere: Es geht nicht allein um den fertigen Baum.

Im Mittelpunkt stehen vielmehr die einzelnen Schritte auf dem Weg dorthin. Dazu gehören das Sammeln in der Natur, die Erstversorgung, die Pflege, die Gestaltung und die langfristige Entwicklung. Auch Rückschläge und Schwierigkeiten gehören zu diesen Geschichten.

Denn ein Findling wird nicht automatisch zum hochwertigen Bonsai, nur weil sein Stamm bereits alt aussieht.

Die Wurzeln müssen sich entwickeln, die Verzweigung braucht Zeit und die Gestaltung muss zur natürlichen Eigenart des Baumes passen. Manchmal läuft alles nach Plan. Manchmal entscheidet ein einziger ungünstiger Winter darüber, dass die nächsten Gestaltungsschritte warten müssen.

Wer Bonsai nicht als kurzfristiges Bastelprojekt, sondern als langfristige Beschäftigung mit lebenden Bäumen versteht, findet hier einen besonders interessanten Ansatz.

Der fertige Bonsai zeigt das Ergebnis. Seine Entwicklungsgeschichte erklärt, wie es dazu gekommen ist.

Und genau diese Verbindung macht das Buch für Bonsai-Freunde so interessant.bil

2. Was bringt die dritte Auflage?

Die dritte Auflage ist mehr als eine unveränderte Neuauflage mit neuem Druckdatum.

Laut den veröffentlichten Buchinformationen wurde sie nochmals erweitert. Das Buch umfasst jetzt 385 Seiten, zahlreiche Farbfotos, einen Hardcover-Einband und das großformatige Format von 21 × 30 Zentimetern.

Zum Vergleich: Die zweite Auflage aus dem Jahr 2022 umfasste rund 352 Seiten.

Damit kommen gegenüber der vorherigen Ausgabe etwa 33 Seiten hinzu.

Doch die Seitenzahl allein sagt wenig darüber aus, ob sich ein Kauf lohnt. Interessanter ist die Frage, was inhaltlich dazugekommen ist.

Neue Baumgeschichten und zusätzliche Arten

Ein wichtiger Bestandteil der dritten Auflage sind weitere Entwicklungsdokumentationen. Hermann Haas zeigt zusätzliche Bonsai-Arten, die in den vorherigen Ausgaben noch nicht enthalten waren.

Das ist besonders interessant, wenn Du nicht nur eine bestimmte Baumart gestalten möchtest.

Wer beispielsweise bereits eine Hainbuche oder einen Wacholder besitzt, interessiert sich vielleicht auch für die Möglichkeiten anderer heimischer Gehölze. Neue Baumgeschichten können dabei helfen, die eigene Vorstellungskraft zu erweitern.

Dabei sollte man allerdings nicht vergessen: Jede Baumart besitzt ihre eigenen Eigenschaften. Was bei einer Hainbuche funktioniert, lässt sich nicht automatisch auf eine Birke oder eine Eiche übertragen.

Gerade deshalb sind dokumentierte Entwicklungen wertvoll. Sie zeigen nicht nur, wie ein Baum am Ende aussehen kann, sondern geben Hinweise darauf, welche gestalterischen Entscheidungen im Verlauf der Jahre getroffen wurden.

Ein neues Kapitel über Kusamono und Shitakusa

Eine ausdrücklich genannte Ergänzung ist das neue Kapitel über Kusamono und Shitakusa.

Beide Begriffe bezeichnen pflanzliche Begleitungen in der japanisch geprägten Präsentationskunst, unterscheiden sich aber in ihrer Verwendung.

Kusamono sind eigenständige Pflanzarrangements, die häufig für sich stehen. Shitakusa bezeichnet dagegen Begleitpflanzungen, die bei einer Bonsai-Präsentation den Hauptbaum ergänzen.

Warum ist das eine sinnvolle Erweiterung?

Ein Bonsai wirkt nicht losgelöst von seiner Umgebung. Bei einer Ausstellung spielen neben dem Baum auch die Schale, der Präsentationstisch und gegebenenfalls eine Begleitpflanze eine Rolle.

Eine passende Begleitpflanzung kann beispielsweise die Jahreszeit unterstreichen. Zarte Gräser oder eine dezente Blütenpflanze vermitteln einen anderen Eindruck als eine kräftige, üppig wirkende Zusammenstellung.

Dabei gilt wie bei der Baumgestaltung: Weniger kann mehr sein.

Die Begleitpflanze soll den Bonsai nicht übertrumpfen, sondern seine Wirkung unterstützen. Wer sich intensiver mit der Präsentation heimischer Bonsai beschäftigt, bekommt mit dem neuen Kapitel deshalb einen zusätzlichen Themenbereich an die Hand.

Bewährte Techniken, Werkzeuge und praktische Hilfsmittel

Neben den Baumgeschichten spielen auch praktische Erfahrungen eine wichtige Rolle.

Haas beschreibt bewährte Techniken, seine Erfahrungen mit Werkzeugen und Gerätschaften sowie selbst entwickelte oder zweckentfremdete Hilfsmittel.

Das ist gerade bei größeren Findlingen relevant.

Ein alter Rohling kann nicht nur schwer zu gestalten sein. Er kann auch beim Transport, beim Eintopfen oder bei der Positionierung auf der Arbeitsfläche zur Herausforderung werden.

Wer schon einmal versucht hat, einen schweren Baum allein in die richtige Position zu bringen, weiß: Gute Gestaltungsideen helfen wenig, wenn sich der Baum nicht sicher bewegen lässt.

Praktische Lösungen sind deshalb keine Nebensache. Sie können die Arbeit erleichtern und helfen, unnötige Risiken für Mensch und Baum zu vermeiden.

Die dritte Auflage verbindet somit zusätzliche Baumgeschichten mit weiteren Einblicken in die Arbeit mit heimischen Bonsai.

Mein Fazit zu den Neuerungen: Die dritte Auflage baut das ursprüngliche Konzept konsequent aus. Besonders die zusätzlichen Entwicklungsdokumentationen und das neue Kapitel über Kusamono und Shitakusa erweitern das Themenspektrum.

Die wichtigsten Daten auf einen Blick

MerkmalAngaben zur dritten Auflage
TitelBonsai-Geschichten – oder wie aus heimischen Findlingen Bonsai wurden
AutorHermann Haas
Auflage3., erweiterte Auflage
Umfang385 Seiten
AusstattungHardcover, zahlreiche Farbfotos
Format21 × 30 cm
SchwerpunkteEntwicklungsdokumentationen, Gestaltung heimischer Findlinge, praktische Erfahrungen
Neue InhalteWeitere Bonsai-Arten und ein Kapitel über Kusamono und Shitakusa
Regulärer Preis55,00 Euro

Die bibliografischen Angaben und den aktuellen Produktpreis findest Du beim Verlag beziehungsweise im offiziellen Buchhandel.

3. Das eigentliche Herzstück: Entwicklungsdokumentationen über viele Jahre

Bei Bonsai lässt sich eine wichtige Erkenntnis kaum oft genug wiederholen: Ein fertiger Baum erzählt nur einen Teil seiner Geschichte.

Besonders bei älteren heimischen Bonsai steckt hinter der heutigen Erscheinung eine lange Reihe von Entscheidungen.

Wo wurde der Stamm gekürzt? Welche Äste blieben erhalten? Wann wurde die Verzweigung aufgebaut? Wie veränderte sich die Silhouette? Und welche ursprünglich vielversprechenden Ansätze mussten später wieder verworfen werden?

Solche Fragen werden erst verständlich, wenn man einen Baum über längere Zeit betrachtet.

Hermann Haas dokumentiert die Entwicklung seiner Bonsai teilweise über mehrere Jahrzehnte. Dadurch wird sichtbar, dass ein überzeugender Bonsai nicht an einem einzigen Wochenende entsteht.

Nehmen wir als Beispiel eine Hainbuche mit einem kräftigen Stamm und einem interessanten Wurzelansatz.

Nach der Bergung steht zunächst nicht die perfekte Krone im Mittelpunkt. Der Baum muss sich erholen, neue Wurzeln bilden und ausreichend Kraft sammeln. Erst wenn seine Vitalität stimmt, lassen sich weitere Schritte sinnvoll planen.

Später wird die Grundgestaltung festgelegt. Äste werden ausgewählt, die Stammbewegung wird betont und die Verzweigung entwickelt sich nach und nach.

Nach einigen Jahren kann die Krone bereits überzeugend wirken. Trotzdem fehlen möglicherweise noch Feinverzweigung, eine gleichmäßige Verteilung der Astpolster oder die gewünschte Reife.

Und dann kommt ein weiterer wichtiger Punkt: Ein Baum kann gestalterisch einen Schritt zurückgehen, obwohl er insgesamt gesund ist.

Ein Ast wächst zu kräftig. Eine Schnittstelle braucht länger als erwartet. Ein geplanter Ast stirbt ab. Oder die ursprüngliche Idee passt nach einigen Jahren einfach nicht mehr zum Baum.

Das gehört zur Bonsai-Arbeit.

Wer solche Entwicklungen nur am fertigen Ergebnis beurteilt, übersieht leicht, wie viele Entscheidungen dahinterstecken. Entwicklungsdokumentationen helfen dagegen, den Weg nachzuvollziehen und eigene Gestaltungsschritte besser einzuordnen.

Gerade für Einsteiger ist das wertvoll. Ein Buch mit schönen Endergebnissen kann inspirieren. Ein Buch, das auch den Weg dorthin zeigt, kann zusätzlich das Verständnis für langfristige Gestaltung fördern.

4. Was unterscheidet Hermann Haas von Werner Busch und Achim R. Strecker?

Damit sind wir bei einem Vergleich, der für die Kaufentscheidung besonders wichtig ist.

Das Buch Bonsai – Gestalten mit heimischen Gehölzen von Werner M. Busch und Achim R. Strecker verfolgt einen anderen Ansatz als Hermann Haas.

Die dritte, vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage dieses Praxisbuchs erschien 2025. Sie umfasst rund 600 Seiten und etwa 1.950 farbige Abbildungen.

Es handelt sich um ein umfangreiches Nachschlagewerk, das sich mit den Grundlagen der Bonsai-Gestaltung und einer Vielzahl geeigneter Gehölzarten beschäftigt.

Hermann Haas konzentriert sich dagegen stärker auf die konkreten Entwicklungsgeschichten seiner eigenen Bäume.

Beide Ansätze ergänzen sich hervorragend. Sie beantworten nur unterschiedliche Fragen.

Werner Busch und Achim R. Strecker: Das umfassende Praxis- und Nachschlagewerk

Bei Busch und Strecker steht die systematische Vermittlung von Wissen im Vordergrund.

Das Buch behandelt die Grundlagen der Bonsai-Kunst, gestalterische Prinzipien, die Bonsai-Schale und die Eigenschaften verschiedener Gehölze.

Dazu gehören beispielsweise Informationen über natürliche Wuchsformen, Blattgrößen, Borkenstrukturen und jahreszeitliche Veränderungen.

Diese Merkmale sind für die Auswahl eines geeigneten Bonsai-Rohlings entscheidend.

Stell Dir vor, Du hast die Möglichkeit, mehrere heimische Gehölze genauer zu betrachten. Eine Hainbuche, eine Linde und eine Birke stehen zur Auswahl.

Welche Art passt zu Deinem Standort? Welche natürliche Wuchsform lässt sich gestalterisch nutzen? Wie entwickelt sich die Borke? Welche Eigenschaften sind bei der langfristigen Gestaltung zu berücksichtigen?

Ein systematisch aufgebautes Nachschlagewerk hilft Dir, solche Fragen gezielt zu beantworten.

Du kannst Informationen zu einer bestimmten Art nachschlagen, Eigenschaften vergleichen und Deine Entscheidungen auf eine breitere Wissensgrundlage stellen.

Auch Pflegefragen und gesundheitliche Probleme heimischer Bonsai werden in diesem Buch behandelt.

Damit eignet es sich besonders für Leser, die sich intensiv mit den Grundlagen und Besonderheiten verschiedener Gehölze beschäftigen möchten.

Die große Artenvielfalt ist dabei ein wesentlicher Vorteil.

Wer nicht nur einzelne Bäume gestalten, sondern langfristig ein breites Verständnis für heimische Gehölze entwickeln möchte, bekommt hier ein entsprechend umfangreiches Werkzeug.

Hermann Haas: Der Weg vom Rohling zum reifen Bonsai

Bei Hermann Haas liegt der Schwerpunkt anders.

Sein Buch ist keine Enzyklopädie sämtlicher geeigneter Gehölze. Es ist vielmehr eine Sammlung ausführlich dokumentierter Bonsai-Entwicklungen.

Die einzelnen Bäume bilden den roten Faden.

Anhand ihrer Geschichten werden Entscheidungen, Techniken und Erfahrungen nachvollziehbar. Der zeitliche Verlauf spielt eine zentrale Rolle.

Dadurch beantwortet das Buch besonders anschaulich Fragen wie:

  • Wie kann sich ein heimischer Findling über viele Jahre entwickeln?
  • Welche Gestaltungsmöglichkeiten eröffnet ein bereits alter Stamm?
  • Warum sind Geduld und Beobachtung bei der Arbeit mit Findlingen so wichtig?
  • Wie können praktische Hilfsmittel die Arbeit mit großen Bäumen erleichtern?
  • Welche Schwierigkeiten können während einer langfristigen Entwicklung auftreten?

Dabei geht es nicht um eine einzige Methode, die für jeden Baum funktioniert.

Vielmehr zeigen die dokumentierten Entwicklungen, dass unterschiedliche Ausgangssituationen unterschiedliche Entscheidungen erfordern.

Ein alter Baum mit einem markanten Stammfuß verlangt eine andere Herangehensweise als ein junger Rohling mit geradem Stamm und wenigen Seitenästen.

Die Geschichten von Hermann Haas bieten deshalb vor allem Inspiration und konkrete Einblicke in die praktische Arbeit über viele Jahre.

Beide Bücher im direkten Vergleich

VergleichspunktHermann Haas: Bonsai-GeschichtenBusch und Strecker: Bonsai – Gestalten mit heimischen Gehölzen
GrundkonzeptDokumentierte Entwicklung konkreter BonsaiSystematisches Praxis- und Nachschlagewerk
SchwerpunktVom Findling zum gestalteten BonsaiGrundlagen, Gehölzkunde und Gestaltung
AufbauBaumgeschichten und EntwicklungsverläufeThematische Kapitel und Artbeschreibungen
Zeitliche PerspektiveTeilweise mehrere Jahrzehnte pro BaumBreiter Überblick über Arten und Grundlagen
Praktischer NutzenEntscheidungen anhand konkreter Baumgeschichten nachvollziehenInformationen zu Gehölzen und Gestaltung gezielt nachschlagen
BildmaterialZahlreiche Bilder zur Entwicklung einzelner BäumeRund 1.950 Farbbilder in der dritten Auflage
Umfang385 SeitenRund 600 Seiten
Besonders interessant fürLiebhaber heimischer Findlinge und langfristiger BaumgestaltungEinsteiger und Fortgeschrittene mit Interesse an heimischen Gehölzen

Die Gegenüberstellung zeigt: Hier stehen nicht zwei Bücher in Konkurrenz, von denen eines zwangsläufig besser sein muss.

Es sind vielmehr zwei unterschiedliche Zugänge zum gleichen faszinierenden Thema.

Busch und Strecker helfen Dir, die Eigenschaften der Gehölze und die Grundlagen der Gestaltung besser zu verstehen. Hermann Haas zeigt Dir, wie sich solche Kenntnisse in der langfristigen Arbeit an konkreten Bäumen wiederfinden können.

Wer beide Bücher besitzt, kann daher von ihrer Kombination profitieren.

5. Warum heimische Findlinge eine besondere Herausforderung sind

Die Arbeit mit heimischen Findlingen unterscheidet sich in mancher Hinsicht von der Gestaltung eines jungen Baumschulpflänzchens.

Ein Findling bringt bereits eine individuelle Geschichte mit. Wind, Wetter, Standortbedingungen und Konkurrenz haben seine Entwicklung geprägt.

Manche Bäume besitzen einen eindrucksvollen Stammfuß. Andere zeigen interessante Stammbewegungen oder eine markante Borke. Wieder andere haben ungewöhnliche Aststellungen, die gestalterisch genutzt werden können.

Doch ein interessanter Rohling ist noch lange kein fertiger Bonsai.

Nach der Bergung müssen sich die Wurzeln erholen. Der Baum braucht Zeit, um neue Feinwurzeln zu bilden und seine Vitalität wieder aufzubauen. Je nach Baumart, Ausgangszustand und Bergungsbedingungen kann das unterschiedlich lange dauern.

Wer zu früh zu viel gestaltet, riskiert, den Baum unnötig zu schwächen.

Auch später ist Geduld gefragt. Ein alter Stamm lässt sich nicht beliebig verändern, und eine neue Krone entsteht nicht allein durch kräftigen Rückschnitt.

Die Kunst besteht darin, vorhandene Eigenschaften zu erkennen und daraus eine stimmige Gestaltung zu entwickeln.

Hier liegt eine der großen Stärken dokumentierter Baumgeschichten: Sie zeigen, dass die Gestaltung nicht allein aus einer guten Idee besteht. Sie erfordert Beobachtung, Fachwissen und die Bereitschaft, auf den Baum zu reagieren.

Manchmal ist der beste nächste Schritt tatsächlich, die Schere liegen zu lassen.

Für ungeduldige Bonsaifreunde mag das zunächst wenig spektakulär klingen. Für den Baum kann es genau richtig sein.

6. Ist die dritte Auflage für Bonsai-Einsteiger geeignet?

Ja, die dritte Auflage kann auch für Einsteiger interessant sein. Allerdings hängt der Nutzen davon ab, was Du von einem Bonsai-Buch erwartest.

Wenn Du gerade erst mit Bonsai beginnst, möchtest Du vielleicht zunächst wissen, wie Du einen Baum gießt, welches Substrat geeignet ist und wann ein Umtopfen sinnvoll wird.

Für solche grundlegenden Fragen ist ein systematisch aufgebautes Praxisbuch häufig der direktere Einstieg.

Die Stärke von Bonsai-Geschichten liegt dagegen in den Entwicklungsverläufen.

Du siehst, welche Möglichkeiten in heimischen Bäumen stecken, und bekommst ein Gefühl dafür, wie sich eine Gestaltung über längere Zeit verändern kann.

Das ist besonders dann hilfreich, wenn Du bereits einen eigenen Rohling besitzt und überlegst, wie Du ihn langfristig entwickeln möchtest.

Vielleicht steht bei Dir eine Hainbuche im Garten, deren Stamm schon jetzt eine interessante Bewegung zeigt. Oder Du hast einen Wacholder, bei dem Du noch unsicher bist, welche Äste langfristig erhalten bleiben sollen.

Die Beschäftigung mit dokumentierten Entwicklungen kann Dir helfen, genauer hinzusehen und nicht vorschnell zu entscheiden.

Wichtig bleibt allerdings: Die Entwicklung eines fremden Baumes lässt sich nicht einfach auf den eigenen übertragen.

Dein Baum hat seine eigene Vitalität, seine eigene Vorgeschichte und seine eigenen Voraussetzungen. Ein Buch kann Dir Wissen und Anregungen vermitteln. Die Beobachtung des konkreten Baumes kann es Dir nicht abnehmen.

Für fortgeschrittene Bonsaifreunde liegt der Nutzen besonders in den praktischen Erfahrungen, den langfristigen Gestaltungsentscheidungen und den zusätzlichen Ideen rund um heimische Arten und Präsentation.

7. Kaufentscheidung: Welches Buch passt zu Dir?

Bei einem Preis von 55 Euro für die dritte Auflage von Hermann Haas lohnt es sich, vor dem Kauf kurz über die eigenen Erwartungen nachzudenken.

Der Preis allein sagt schließlich wenig darüber aus, wie nützlich ein Buch für die eigene Bonsai-Arbeit ist.

Entscheidend ist, welche Fragen Du damit beantworten möchtest.

Du möchtest möglichst viel über heimische Gehölze lernen

Dann ist Bonsai – Gestalten mit heimischen Gehölzen von Werner M. Busch und Achim R. Strecker wahrscheinlich die passendere erste Wahl.

Das umfangreiche Werk vermittelt Grundlagen, stellt zahlreiche Gehölzarten vor und bietet Informationen, die Du bei der Auswahl und Gestaltung Deiner Bäume gezielt nachschlagen kannst.

Es eignet sich besonders, wenn Du Deine Kenntnisse systematisch erweitern und verschiedene Baumarten besser verstehen möchtest.

Du interessierst Dich besonders für Findlinge und ihre Entwicklung

Dann spricht viel für Bonsai-Geschichten von Hermann Haas.

Die dokumentierten Entwicklungen zeigen, wie sich aus heimischen Rohlingen über Jahre hinweg gestaltete Bonsai entwickeln können.

Besonders interessant ist das Buch, wenn Du selbst mit Findlingen arbeitest oder Dich für die langfristige Gestaltung älterer Bäume begeisterst.

Du bekommst keine allgemeine Enzyklopädie aller Gehölze, sondern Einblicke in die praktische Arbeit an konkreten Bäumen.

Du möchtest langfristig besser gestalten

Dann ist die Kombination beider Bücher besonders reizvoll.

Das Praxis- und Nachschlagewerk von Busch und Strecker vermittelt Dir das Wissen über die Eigenschaften der Gehölze und grundlegende Gestaltungsprinzipien.

Hermann Haas ergänzt diese Perspektive durch dokumentierte Entwicklungen und praktische Erfahrungen.

Das eine Buch hilft Dir, die Voraussetzungen eines Baumes besser einzuschätzen. Das andere zeigt Dir, wie sich die Entwicklung eines konkreten Baumes über lange Zeit verfolgen lässt.

Beide Ansätze haben ihren eigenen Wert.

Und was ist mit der dritten Auflage?

Wer bereits die zweite Auflage besitzt, sollte genauer hinsehen.

Die dritte Auflage umfasst rund 33 zusätzliche Seiten, enthält weitere Baumgeschichten und ergänzt das Buch um ein Kapitel über Kusamono und Shitakusa.

Wenn Du die bisherigen Inhalte bereits gut kennst und hauptsächlich an den neuen Ergänzungen interessiert bist, solltest Du abwägen, wie wichtig Dir diese Erweiterungen sind.

Wenn Du das Buch dagegen noch nicht besitzt, stellt sich die Frage etwas anders. Dann bekommst Du die erweiterte Ausgabe mit 385 Seiten und dem vollständigen Inhalt der aktuellen Auflage.

Die Kaufentscheidung hängt deshalb weniger von der Auflagennummer als von Deinem Interesse an den zusätzlichen Inhalten und am Grundkonzept des Buches ab.

8. Der Kauf bei „Bonsai-Faszination 2026“ in Salach

Für den Kauf gibt es noch einen kleinen, aber durchaus erfreulichen Nebenaspekt.

Der lang gehegte Wunsch nach Hermann Haas’ Buch ließ sich bei „Bonsai-Faszination 2026“ in Salach endlich erfüllen. Statt das Buch online zu bestellen, konnte es direkt bei der Veranstaltung gekauft werden.

Damit entfielen die Versandkosten.

Gerade bei einem großformatigen Hardcover mit einem Gewicht von rund zwei Kilogramm ist das ein angenehmer Nebeneffekt.

Solche Veranstaltungen bieten außerdem die Gelegenheit, sich mit anderen Bonsaifreunden auszutauschen, unterschiedliche Bäume zu betrachten und neue Anregungen für die eigene Arbeit mitzunehmen.

Ein Buchkauf wird dann schnell Teil eines ganzen Bonsai-Tages.

Und manchmal ist genau das der richtige Zeitpunkt, sich einen Wunsch zu erfüllen, der schon länger auf der Liste steht.

9. Lohnt sich der Kauf? Ein Fazit für Bonsaifreunde

Bonsai-Geschichten – oder wie aus heimischen Findlingen Bonsai wurden von Hermann Haas ist ein Buch für alle, die sich für die Entwicklung heimischer Bonsai interessieren.

Die dritte Auflage erweitert das bisherige Konzept um zusätzliche Baumgeschichten, weitere Arten und ein neues Kapitel über Kusamono und Shitakusa. Mit 385 Seiten und zahlreichen Farbfotos bietet sie umfangreiches Material rund um die langfristige Gestaltung heimischer Findlinge.

Besonders wertvoll sind die dokumentierten Entwicklungsverläufe. Sie machen deutlich, dass ein überzeugender Bonsai nicht allein durch eine gelungene Erstgestaltung entsteht. Es braucht Beobachtung, Erfahrung, geeignete Techniken und vor allem Zeit.

Werner Busch und Achim R. Strecker verfolgen mit Bonsai – Gestalten mit heimischen Gehölzen einen breiteren, systematischeren Ansatz. Ihr Werk ist besonders dann hilfreich, wenn Du Informationen über verschiedene Gehölzarten, ihre Eigenschaften und die Grundlagen der Gestaltung suchst.

Die Bücher erfüllen unterschiedliche Aufgaben und ergänzen sich deshalb gut.

Für Einsteiger, die zunächst ein solides Grundlagenwissen aufbauen möchten, kann das umfassende Praxisbuch von Busch und Strecker der sinnvollere Einstieg sein. Wer sich dagegen besonders für heimische Findlinge und deren langfristige Entwicklung begeistert, findet in Hermann Haas’ Buch einen passenden Begleiter.

Für erfahrene Bonsaifreunde ist die Kombination besonders interessant.

Die eine Perspektive vermittelt systematisches Wissen. Die andere zeigt, wie sich die Arbeit an konkreten Bäumen über viele Jahre entwickelt.

Und genau darum geht es bei Bonsai: nicht darum, einen Baum möglichst schnell fertigzustellen, sondern darum, seine Eigenschaften zu verstehen und seine Entwicklung sinnvoll zu begleiten.

Ein Findling bringt seine Geschichte bereits mit. Die Aufgabe des Gestalters besteht darin, diese Geschichte zu erkennen und weiterzuführen.

Die dritte Auflage von Hermann Haas ist deshalb vor allem für diejenigen eine interessante Anschaffung, die nicht nur fertige Bonsai bewundern, sondern auch verstehen möchten, wie sie über viele Jahre hinweg entstehen.

Wer dieses Interesse teilt, findet hier ein Buch, das zum genauen Hinsehen, Nachdenken und zur Beschäftigung mit den eigenen Bäumen anregt.

Und vielleicht wartet im eigenen Garten oder in der Sammlung bereits der nächste Baum, dessen Entwicklungsgeschichte noch lange nicht zu Ende erzählt ist.


Nachklapp: Alle Beiträge auf diesem Blog entstehen aus meinem eigenen Interesse an den jeweiligen Themen. Ich teile hier meine persönlichen Erkenntnisse und Erfahrungen, um dir hilfreiche Einblicke zu geben.

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Thema, Struktur und ausführliche Stichpunkte dieses Beitrags wurden vom Autor erstellt. Der Text wurde anschließend mithilfe einer KI-Anwendung ausgearbeitet und danach vom Autor fachlich geprüft, redaktionell überarbeitet und final freigegeben.

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