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Gießen

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Gießen ist die Wassergabe an den Wurzelballen, die beim Bonsai wegen der flachen Schale viel häufiger nötig ist als bei einer Pflanze im Beet.

Stand: 2026-09-23

Was gemeint ist

Wasser ist das wichtigste Element beim Aufziehen einer Pflanze. Eine vollständige Anleitung zum Gießen gibt es nicht, weil Klima, Temperaturverlauf, Baumart, Substratmischung und Schale sich unterscheiden. Gegossen wird deshalb, wenn der Baum Wasser verlangt.

Gießen heißt auch lüften

Die Wurzeln nehmen Wasser auf und atmen dabei, und dafür braucht es frische Luft im Topf. Ein durchdringender Guss verdrängt die verbrauchte Luft aus den Poren und zieht beim Ablaufen frische nach. Wer nur die Oberfläche benetzt, gibt dem Baum also Wasser, aber keine Luft. Das Innere des Ballens bleibt dabei trocken.

In der Praxis

  • Wird die Oberfläche des Substrats hell, ist sie trocken, und der Baum braucht Wasser.
  • Jede Gabe läuft so lange, bis unten aus dem Abzugsloch Wasser austritt.
  • Im Hochsommer gilt dreimal täglich als ideal.
  • Am häufigsten misslingt das Gießen im Winter, denn die Bäume brauchen dann wenig, trockener Nordwind lässt die Schalen im Freien aber unerwartet austrocknen. Auch im Winter wird deshalb bei Bäumen im Freien täglich geprüft, ob das Substrat trocken ist.
  • Im Winter liegt die Gabe am Vormittag, denn gefriert abends gegebenes Wasser in der Nacht, kann die Schale springen und bei Laubgehölzen die Rinde aufplatzen.
  • Im allgemeinen Gartenbau gilt der Morgen unabhängig von der Schale als günstig, weil bei niedriger Lufttemperatur weniger verdunstet, Blätter schneller abtrocknen und der Pilzdruck sinkt.

Häufige Verwechslung

Übersprühen der Blätter ersetzt kein Gießen, denn es erreicht den Wurzelballen nicht.

Verwandte Begriffe

Quellen

  • 近代出版, 盆栽用語集, Eintrag みずやり【水やり】, abgerufen am 2026-09-23
  • 近代出版, 初歩から学べる盆栽教室, Abschnitt 05.水やり, abgerufen am 2026-09-23
  • Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, „Gießen im Stadtgarten – aber richtig!“, 2. Auflage 2021, abgerufen am 2026-09-23
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