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Fehläste

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Fehläste sind Äste, die beim Schnitt eines Bonsai im Grundsatz entfernt werden.

忌み枝 · imi-eda · wörtlich Ast, den es zu meiden gilt · auch 忌枝

Stand: 2026-09-24

Was gemeint ist

Die Fehläste gelten als Richtschnur für den Schnitt. Unterschieden werden dreizehn Typen, darunter Kuruma-eda, Kannuki-eda sowie parallele, verschlungene und einander überdeckende Äste. Als Fehläste gelten auch Äste, die die Baumform beeinträchtigen; sie werden außer in besonderen Fällen geschnitten. Zu den Bedingungen für einen guten Bonsai gehört, dass die großen Äste ausgewogen verteilt sind und keine unansehnlichen Fehläste vorkommen.

Das Vorderglied Imi ist die Substantivform des Verbs imu, meiden, und bezeichnet in einer seiner Bedeutungen das, was als zu meiden gilt. Englisch heißen die Fehläste „faulty branches“, also fehlerhafte Äste.

Ob ein Ast stört, hängt am Stil, denn einseitige Beastung ist beim Moyogi ein Minuspunkt, beim windgepeitschten Stil dagegen ein Reiz. Äste setzen am besten an der Außenseite einer Stammbiegung an, und die Innenseite bleibt frei, weil die Stammlinie dann schöner erscheint. Beim Moyogi gilt dasselbe, begründet mit dem Bild und mit der leichteren Erhaltung der Form. Diese Astregeln sind ein Grundsatz in der Form einer Empfehlung, weil sich das pauschal nicht sagen lässt. Den Rhythmus einer Astfolge lernt nur, wer viele herausragende Bäume betrachtet.

In der Praxis

  • Fehläste werden im Grundsatz beim Schnitt entfernt, ausgerichtet am künftigen Bild des Baumes.
  • Junge Bäume werden nicht auf einmal von allen Fehlästen befreit, sondern schrittweise nach dem Wuchs. Dabei wird früh jedem tragenden Ast seine Aufgabe als Rollenast zugewiesen, damit das Ziel der Gestaltung sichtbar wird.
  • Ein für die Form unnötiger Ast darf als Opferast stehen bleiben, bis die Partie um ihn herum dicker geworden ist, und wird erst dann entfernt.
  • Bleibt ein übermäßig starker Ast stehen, verteilt er die Wuchskraft zunehmend ungleich; der Astansatz wird klobig, und feine Zweige sterben ab. Er wird deshalb früh entfernt, wenn er entbehrlich ist, und sonst auf einen Seitenast an einer Stelle mit guter Verjüngung umgestellt.
  • Verschlungene Wurzeln machen den Wurzelansatz unschön und werden beim Umtopfen entwirrt oder abgeschnitten.

Häufige Verwechslung

Die japanische Wikipedia begründet Fehläste zusätzlich mit Licht und Luft für die übrigen Äste und rückt sie damit in die Nähe des Auslichtens. Besseres Licht und bessere Durchlüftung im Kroneninneren sind jedoch Zweck des Schnitts überhaupt und hängen an keinem Asttyp, der zu verwerfen wäre.

Verwandte Begriffe

Quellen

  • 日本大百科全書 (ニッポニカ, Shōgakukan), Artikel 盆栽, Text von 中村享, Abbildung „忌枝“, über Kotobank, abgerufen am 2026-09-24
  • さいたま市大宮盆栽美術館, „盆栽の見方“, Abschnitt 枝 枝ぶり, japanische und englische Fassung, abgerufen am 2026-09-24
  • さいたま市大宮盆栽美術館, „盆栽実技“, Monatsprogramm, abgerufen am 2026-09-24
  • 精選版 日本国語大辞典 (Shōgakukan), Eintrag いみ【忌・斎・諱】, über Kotobank, abgerufen am 2026-09-24
  • 近代出版, 盆栽用語集, Einträge かたえだ【片枝】, ぎせいし【犠牲枝】, からみね【絡み根】, はしりえだ【走り枝】, はずみ【ハズミ】, やくえだ【役枝】, もようぎ【模様木】 und せんてい【剪定】, abgerufen am 2026-09-24
  • 公益社団法人全日本小品盆栽協会, Kolumne „基本的な樹形・盆栽美“ vom 12. Mai 2022, abgerufen am 2026-09-24
  • Wikipedia (japanisch), Artikel 忌み枝 mit Versionsgeschichte, abgerufen am 2026-09-24
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