Die Einfädelveredelung führt einen Trieb durch ein Bohrloch im Stamm, bis er dort anwächst.
通し接ぎ · tōshitsugi · wörtlich Durchführ-Veredelung
Stand: 2026-09-25
Was gemeint ist
Dabei wird ein Loch in den Stamm gebohrt, das Reis hindurchgeführt und das Anwachsen abgewartet. Zweck ist, einen Ast genau an der Stelle zu erhalten, an der einer fehlt.
Geeignet sind die meisten laubabwerfenden Gehölze und immergrüne Arten. Klassische Beispiele sind Fächer- und Dreispitzahorn. Unter den Immergrünen gehört das Einfädeln bei der Satsuki zur regelmäßigen Arbeit.
In der Praxis
- Laubgehölze werden meist in der Ruhezeit eingefädelt, bevor die Knospen schwellen.
- In der Wachstumszeit geht es ebenfalls, wenn der Trieb vorher entblättert wird, damit er durch das Bohrloch passt.
- An Fächer- und Dreispitzahorn gilt in Japan Ende Mai bis Anfang Juni als Zeit dafür.
- Bei der Satsuki wird unmittelbar vor dem Knospenaufbruch eingefädelt.
- Bis zu einer festen Verbindung vergehen ein halbes bis zwei Jahre.
- Angewachsen ist der Trieb, wenn er an der Austrittsseite deutlich dicker ist als an der Eintrittsseite und sich um das Bohrloch ein Wulst aus Kallusgewebe gebildet hat.
- Erst dann wird er an der Eintrittsseite abgeschnitten.
Häufige Verwechslung
Die Ansaugveredelung verbindet zwei Pflanzen durch aufeinandergelegte Schnittflächen, die Einfädelveredelung durch ein Bohrloch; beide gelten als eigene Verfahren.
Verwandte Begriffe
Quellen
- 近代出版, 盆栽用語集, Eintrag つぎき【接ぎ木】, abgerufen am 2026-09-24
- Bonsai Empire, „Grafting trees as Bonsai cultivation technique“, abgerufen am 2026-09-25
- Shibui Bonsai, Neil Padbury, „Grafting for Bonsai“, 9. März 2018, abgerufen am 2026-09-25
- Randy Bennett, „Thread Grafting Made Simple (And Successful!)“, Greater New Orleans Bonsai Society, abgerufen am 2026-09-25
- Bay Area Satsuki Aikokai, „Satsuki Azalea Bonsai Care“, abgerufen am 2026-09-25
