Veredelung ist das Aufsetzen eines Pflanzenteils, des Edelreises, auf einen anderen Baum, die Unterlage.
接ぎ木 · tsugiki
Stand: 2026-09-28
Was gemeint ist
Allgemein gilt die Veredelung als Vermehrungsweg, beim Bonsai ist sie darüber hinaus eine sehr wichtige Technik für den Aufbau von Ästen und Wurzelansatz. Im Gartenbau heißt veredeln, eine Pflanze durch Pfropfen oder Okulieren zu verbessern. An der Verwachsungsstelle zwischen Reis und Unterlage bildet sich Kallusgewebe.
Auch wer Blattcharakter oder Sorte eines Baums ändern will, greift zur Veredelung. Durch Veredelung vermehrtes Material blüht und fruchtet früher.
In der Praxis
- Fehlt im Inneren der Krone ein Ast und gibt es keine Knospe, auf die du zurückschneiden kannst, setzt du einen Zweig oder eine Knospe als Edelreis ein.
- Bei der Wurzelveredelung setzt du Wurzeln dort an, wo der Wurzelansatz Lücken hat.
- Bei der Ansaugveredelung bleibt das Edelreis mit dem Mutterbaum verbunden, du nutzt sie bei schwer anwachsenden Arten wie dem Ahorn.
- Bei der Einfädelveredelung führst du das Edelreis durch ein Loch im Stamm und wartest, bis es anwächst. Weil sie an bestimmte Arten wie Ahorne und an die Zeit von Ende Mai bis Anfang Juni gebunden ist, ist sie wenig verbreitet.
- Das Edelreis nimmst du aus einem wüchsigen Teil des Baums, ohne Verletzungen und mit kräftigen Knospen.
Verwandte Begriffe
- Unterlage und Veredelungsstelle
- Ansaugveredelung
- Wurzelveredelung
- Einfädelveredelung
- Kallusgewebe
- Nebari
Quellen
- 近代出版, 盆栽用語集, Einträge つぎき【接ぎ木】 und つぎほ【接ぎ穂】, abgerufen am 2026-09-28
- Duden online, Eintrag „veredeln“, abgerufen am 2026-09-28
- Spektrum Akademischer Verlag, Lexikon der Biologie, Eintrag „Kallus“, abgerufen am 2026-09-28
