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Grauschimmel

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Grauschimmel ist eine Pilzkrankheit, die bei hoher Luftfeuchte auf abgestorbenem und weichem Pflanzengewebe einen grauen Rasen bildet.

Stand: 2026-09-24

Was gemeint ist

Der heute gültige Name des Erregers lautet Botrytis cinerea. Der Grauschimmel ist eine Krankheit mit vielen Wirten, die Gemüse, Zierpflanzen und Obstgehölze befällt. Er tritt leicht auf, wenn bei Temperaturen um zwanzig Grad die Luftfeuchte hoch und die Besonnung gering ist. Weil er sich rasch ausbreitet, ist er bei anhaltend günstigen Bedingungen schwer zu bekämpfen.

Auf den Flecken bildet sich dicht ein mausgrauer Schimmel, etwa an Päonien. An abgestorbenen Teilen sind zudem bisweilen flache, schwarzbraune und recht große Dauerkörper zu sehen. An Nadelgehölzen wie Kiefern krümmen und verdrehen sich die diesjährigen Triebe, werden braun und sterben ab, und der graue Pilzrasen zeigt sich erst bei feuchter Luft. Ebenso starben an jungen Sicheltannen die befallenen Nadeln an den Spitzen von Haupt- und Seitentrieben zunächst braun oder graubraun ab und wurden erst danach grau. Wer nur nach Grau sucht, sieht den Befall also zu spät. Stirbt die Haupttriebspitze ab, bleibt am Gehölz nicht der Verlust des Baumes, sondern eine geknickte oder zwieselige Leittriebachse.

Der Pilz tritt an drei Stellen ein, an Wunden, an weichem und an totem Gewebe, und keine davon ist gesundes, ausgereiftes Gewebe. Er vermehrt sich gut auf Verrottetem und ist deshalb als Myzel und Spore an vielen Stellen vorhanden. Seine Dauerkörper überwintern am Fleck haftend oder auf den Boden gefallen und keimen im Frühjahr aus. Besonders heftig tritt er auf, wenn die Pflanze geschwächt ist oder starker Wind das Laub verletzt hat, und befällt dann etwa an Päonien weiche Neutriebe und Blattränder.

Feuchte Luft im Winterquartier

Im Gewächshaus beginnt der Befall bei durchschnittlicher Witterung im Februar und März, bei mildem Winter oder vielen trüben und regnerischen Tagen jedoch früher. Dann steigt die Temperatur im Haus, die Heizung läuft kürzer, und eben deshalb steigt die Luftfeuchte im Raum. Wer allein über die Heizung entfeuchtet oder das Quartier an milden, trüben Tagen geschlossen hält, lässt die Feuchte also genau in den milden Phasen steigen.

Weiches Gewebe ist gefährdet

Junge Sicheltannen im feuchten Glashaus erkrankten deutlich häufiger als im Freiland. Pflanzen im Wachstum werden wegen ihres weichen Gewebes leichter befallen als solche im Wachstumsstillstand. Für den Bonsai heißt das, dass weiches, unausgereiftes und totes Material im Winterquartier gefährdet ist, nicht das verholzte ruhende Gewebe.

Warum Lüften allein nicht genügt

Die Fenster des untersuchten Glashauses standen offen, und der Raum war trotzdem dauerhaft feucht, weil in derselben Öffnung ein Insektenschutznetz mit zwei Millimetern Maschenweite saß. Selbst im Freien erzeugte eine zwei Meter hohe Windschutzmauer bei Windstille Feuchtestau, obwohl die Gefäße auf einem zwanzig Zentimeter hohen Gestell standen. Eine offene Öffnung ist damit noch keine Lüftung, solange Netz, Vlies oder Folie davorsitzen.

In der Praxis

  • Stehen noch gegen Mittag Wassertropfen auf den Blättern, wird durch Lüften, Umluft oder Heizen entfeuchtet.
  • Ein Winterquartier für Bonsai bleibt möglichst unbeheizt und hat im Idealfall Fenster, damit es sich tagsüber leicht lüften lässt.
  • Befallene Teile werden entfernt und aus dem Raum hinausgebracht.

Häufige Verwechslung

Der Grauschimmel ist kein reiner Schwächeparasit, der nur abwartet, denn an weichem Gewebe tötete er binnen fünfzehn Tagen die große Mehrheit der Sämlinge. Eintritt und Ausbruch finden an Wunden, weichem und totem Gewebe statt, auf fremdverursachten Zerfall ist der Pilz aber nicht angewiesen.

Vom Frostschaden trennt ihn der graue Pilzrasen, der sich bei feuchter Luft über den befallenen Stellen bildet.

Der echte Mehltau bildet einen weißen, pudrigen Belag auf sonst unversehrtem Blatt, während der Grauschimmel mausgrau und rasig auf bereits gebräuntem, weich faulendem Gewebe sitzt.

Verwandte Begriffe

Quellen

  • 茨城県農業総合センター病害虫防除部, „施設野菜共通–灰色かび病 (Botrytis cinerea)“, Stand 2023-05-10, abgerufen am 2026-09-24
  • 陶山大志・市原優, „スギ当年生コンテナ苗で発生した灰色かび病“, 日本森林学会誌 105(4), 2023, abgerufen am 2026-09-24
  • 島根県農業技術センター, Einträge zu Päonien und Reben, abgerufen am 2026-09-24
  • GBIF Secretariat, GBIF Backbone Taxonomy, abgerufen am 2026-09-24
  • 近代出版, 盆栽用語集, Einträge むろ【ムロ】 und かんれいしゃ【寒冷紗】, abgerufen am 2026-09-23
  • Pacific Northwest Pest Management Handbooks, Plant Disease Management Handbook, „Pine (Pinus spp.)-Gray Mold“, abgerufen am 2026-09-25
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