Der Buchsbaumzünsler ist ein aus Ostasien eingewanderter Kleinschmetterling, dessen Raupen ausschließlich Buchsbaum fressen.
Stand: 2026-09-28
Was gemeint ist
Der wissenschaftliche Name lautet Cydalima perspectalis. Vermutlich wurde der Falter mit Pflanzensendungen aus China eingeschleppt. Er befällt nur Arten der Gattung Buxus und kann dort je nach Befallsstärke Kahlfraß verursachen.
Zu Beginn schaben die kleinen Raupen vor allem im unteren und inneren Bereich der Pflanze, sodass ein Befall oft erst spät bemerkt wird. Im weiteren Verlauf dehnt sich der Fraß in die äußeren Kronenbereiche aus und wird deutlich sichtbar. Schon vor dem sichtbaren Schaden zeigen sich vereinzelte kleine Gespinste zwischen dem Laub und grüne Kotkrümel zwischen dem Laub oder auf dem Boden. Auf derselben Pflanze finden sich gleichzeitig verschiedene Entwicklungsstadien, also Eier, Larven unterschiedlicher Größe und Puppen. Die Raupe wird bis zu 5 Zentimeter lang. Sie ist grün und gestreift, mit kleinen schwarzen Höckern auf dem Rücken und schwarzem Kopf, und tritt von Frühjahr bis Herbst auf.
Die Rinde der grünen Triebteile frisst die Raupe erst, wenn die Triebe vollständig entlaubt sind und kein weiterer Buchsbaum in der näheren Umgebung steht, was schließlich zum Absterben der gesamten Pflanze führen kann. Buchsbäume sind sehr robust und austriebswillig, weshalb nach starkem Fraß und tiefem Rückschnitt ein Neuaustrieb im Folgejahr durchaus möglich ist.
Die Raupe überwintert im dritten oder vierten Larvenstadium in dicht gesponnenen Kokons zwischen den Blättern. Ab etwa sieben Grad verlässt sie im Frühjahr den Kokon und frisst erneut, und mit Fraßschäden ist von März bis in den Oktober zu rechnen.
In der Praxis
- Der Befall beginnt innen und unten, deshalb setzt die Kontrolle dort an und nicht an der Außenseite.
- Kontrolliert wird schon ab Mitte März, denn wer erst eingreift, wenn der Fraß außen sichtbar ist, kommt zu spät, und der Schaden ist gesetzt.
- Im Hausgarten werden die Larven abgesammelt und die Gespinste herausgeschnitten.
- Befallenes Material kommt luftdicht verschlossen in den Restmüll, weil die Temperaturen auf einem herkömmlichen Kompost zur Abtötung nicht ausreichen.
- Beim Kauf wird besonders das Innere des Buchses auf Raupen untersucht.
Häufige Verwechslung
Der Fraß des Zünslers und das Buchsbaumtriebsterben treffen dieselbe Pflanze und sehen verschieden aus. Beim Buchsbaumtriebsterben, einer Pilzerkrankung, entstehen hell- bis dunkelbraune Flecke an den Rändern älterer Blätter, orange-braune Flecke an jüngeren Blättern und dunkle, fast schwarze, ein bis zwei Zentimeter lange Streifen an den Trieben, worauf die Blätter vertrocknen, sich beigebraun verfärben und abfallen. Die Pilzerkrankung breitet sich bei feuchter Witterung und Temperaturen ab 24 Grad aus und braucht zur Infektion fünf bis sieben Stunden Blattnässe. Eingeschleppt wird der Pilz vor allem mit Pflanzen, die unerkannt infiziert dazugesetzt werden, und die wichtigste Gegenmaßnahme ist, lang anhaltende Blattnässe zu vermeiden. Nach der Arbeit am Buchs wird das Schnittwerkzeug gründlich gereinigt. Beim Zünsler verschwindet dagegen Blattmasse, und Gespinste und Kotkrümel bleiben zurück. Buchsbaumtriebsterben und Buchsbaumkrebs lassen sich nur durch eine Labordiagnose genau unterscheiden.
Verwandte Begriffe
Quellen
- 地方独立行政法人 北海道立総合研究機構 森林研究本部 林業試験場, „樹木を食べる昆虫・北海道“, Seite „ツゲ科樹木の害虫“, Seitendatum 2011-03-31, abgerufen am 2026-09-23
- Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, „Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis)“, abgerufen am 2026-09-23
- Pflanzenschutzamt Berlin, „Krankheiten und Schädlinge an Buchsbaum“, Stand Januar 2025, abgerufen am 2026-09-23
- GBIF Secretariat, GBIF Backbone Taxonomy, Cydalima perspectalis (Walker, 1859), Status ACCEPTED, abgerufen am 2026-09-23
