Baumprofil – Spitzahorn

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Lesedauer 4 Minuten

Vorwort

Mit dem Spitzahorn (Acer platanoides) möchte ich meine Serie von Baumprofilen fortsetzen. Der Spitzahorn gehört zu den häufigsten Baumarten in deutschen Städten oder Dörfern.


Der Spitzahorn, wissenschaftlich bekannt als Acer platanoides, ist eine Laubbaumart aus der Familie der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae). Hier sind einige interessante Fakten über den Spitzahorn:

  1. Herkunft und Verbreitung: Ursprünglich stammt der Spitzahorn aus Europa, jedoch ist er mittlerweile auch in Nordamerika und anderen Teilen der Welt verbreitet. Er wird oft in Parks, Gärten und als Straßenbaum angepflanzt.
  2. Merkmale: Der Spitzahorn ist ein mittelgroßer bis großer Baum, der eine Höhe von 20 bis 30 Metern erreichen kann. Er zeichnet sich durch seine charakteristischen fünflappigen Blätter aus, die eine leuchtend grüne Farbe haben und im Herbst oft gelb oder orange werden.
  3. Blüte und Frucht: Im Frühjahr produziert der Spitzahorn kleine gelbe Blüten, die in dichten Büscheln angeordnet sind. Aus den Blüten entwickeln sich im Sommer Flügelfrüchte, die oft als “Ahornflügelsamen” oder “Ahorn-Hubschrauber” bekannt sind.
  4. Ökologische Bedeutung: Der Spitzahorn bietet Lebensraum und Nahrung für verschiedene Tierarten, darunter Vögel, Eichhörnchen und Insekten. Sein Laub und seine Samen sind wichtige Nahrungsquellen für viele Tiere.
  5. Nutzung: Der Spitzahorn wird häufig als Zierbaum in Gärten und Parks angepflanzt, aber auch in städtischen Gebieten als Straßenbaum verwendet. Sein Holz wird für verschiedene Zwecke genutzt, wie zum Beispiel für Möbel, Parkett und Holzverkleidungen.
  6. Invasive Arten: In einigen Regionen, insbesondere in Nordamerika, wird der Spitzahorn als invasive Art betrachtet, da er sich schnell ausbreiten und heimische Pflanzen verdrängen kann.
  7. Kultivare und Sorten: Es gibt eine Vielzahl von Zuchtformen und Sorten des Spitzahorns, die sich in Blattform, Blattfarbe und Wuchsform unterscheiden. Einige beliebte Sorten sind zum Beispiel der “Crimson King” mit tief purpurroten Blättern und der “Drummondii” mit grün-weiß panaschierten Blättern.
  8. Ökologische Rolle: Neben seiner Rolle als Lebensraum und Nahrungsquelle für Tiere hat der Spitzahorn auch ökologische Bedeutung für die Bodenstabilität und den Wasserhaushalt. Seine tief reichenden Wurzeln helfen, Erosion zu verhindern, und seine Blätter tragen zur Bodenverbesserung bei, indem sie organische Substanz abgeben, wenn sie verrotten.
  9. Klimatische Anpassung: Der Spitzahorn ist eine robuste Baumart, die in verschiedenen Klimazonen gedeihen kann. Er bevorzugt jedoch gemäßigtes Klima mit ausreichend Feuchtigkeit und gut durchlässigem Boden. In extrem trockenen oder feuchten Bedingungen kann seine Gesundheit und sein Wachstum beeinträchtigt werden.
  10. Symbolik: In einigen Kulturen hat der Spitzahorn symbolische Bedeutung. In der nordischen Mythologie wurde der Ahorn mit Thor, dem Donnergott, in Verbindung gebracht. In der kanadischen Kultur ist der Zucker-Ahorn (eine verwandte Art) ein nationales Symbol und steht auf der kanadischen Flagge.
  11. Pflege: Spitzahorne erfordern im Allgemeinen nur wenig Pflege, sind jedoch anfällig für einige Krankheiten und Schädlinge wie Ahorn-Gallmilben und Ahorn-Zweigsterben. Regelmäßiges Beschneiden, Bewässern und die Überwachung auf Anzeichen von Krankheiten können dazu beitragen, die Gesundheit der Bäume zu erhalten.
  12. Historische Verwendung: Früher wurde der Spitzahorn für verschiedene Zwecke genutzt, darunter die Herstellung von Ahornsirup aus dem Saft seiner Bäume. Obwohl der Spitzahorn nicht so viel Zucker produziert wie der Zucker-Ahorn, wurde er dennoch von einigen indigenen Völkern und Siedlern für die Sirupgewinnung verwendet.

Spitzahorn (Acer platanoides) und Bonsai, passt das?

Ja, der Spitzahorn (Acer platanoides) kann durchaus für die Bonsaikultur verwendet werden. Obwohl er nicht so häufig für Bonsai verwendet wird wie andere Ahornarten wie der japanische Ahorn (Acer palmatum), kann der Spitzahorn dennoch schöne und interessante Bonsai-Bäume ergeben.

Hier sind einige Punkte, die zu beachten sind:

  1. Blattgröße: Der Spitzahorn hat im Vergleich zum japanischen Ahorn größere Blätter, was es schwieriger macht, die Proportionen in einem Bonsai zu kontrollieren. Dennoch kann durch regelmäßiges Beschneiden und Zupfen das Wachstum der Blätter kontrolliert werden, um sie kleiner zu halten.
  2. Wuchsform: Der Spitzahorn hat eine robuste Wuchsform mit starken Ästen und einer dicken Rinde. Dies kann dazu beitragen, dass der Baum im Bonsai-Stil eine imposante und kräftige Erscheinung hat.
  3. Herbstfärbung: Die Herbstfärbung des Spitzahorns kann spektakulär sein, mit leuchtend gelben, orangen oder roten Blättern. Dies kann zu einer attraktiven Eigenschaft eines Spitzahorn-Bonsai im Herbst werden.
  4. Pflege: Spitzahorn-Bonsai benötigen ähnliche Pflege wie andere Bonsai-Bäume, einschließlich regelmäßiges Gießen, Düngen, Beschneiden und Umtopfen. Es ist wichtig, auf die Bedürfnisse des Baumes einzugehen und sicherzustellen, dass er in einem geeigneten Substrat und in einem angemessenen Bonsai-Topf gepflanzt ist.
  5. Stilarten: Der Spitzahorn kann für verschiedene Bonsai-Stilarten verwendet werden, darunter den aufrechten Stil (Chokkan), den geneigten Stil (Shakan), den windgepeitschten Stil (Fukinagashi) und andere. Die natürlichen Eigenschaften des Baumes können dabei berücksichtigt werden, um den besten Stil für den jeweiligen Baum zu wählen.
  6. Licht: Spitzahorn-Bonsai benötigen viel Licht, um gesund zu wachsen. Stelle sicher, dass dein Bonsai genügend Sonnenlicht bekommt, idealerweise morgens und abends mit etwas Schutz vor der intensiven Mittagssonne. Wenn du deinen Bonsai drinnen hältst, platziere ihn in der Nähe eines hellen Fensters.
  7. Temperatur: Der Spitzahorn ist eine winterharte Baumart, die kalte Temperaturen gut verträgt. Wenn du deinen Spitzahorn-Bonsai im Freien hältst, solltest du sicherstellen, dass er vor starken Frostperioden geschützt ist. In Innenräumen benötigt der Bonsai im Winter möglicherweise eine kühlere Ruheperiode, um seine natürliche Wachstumszyklen nachzuahmen.
  8. Bewässerung: Achte darauf, deinen Spitzahorn-Bonsai regelmäßig zu gießen, aber vermeide stehendes Wasser im Topf, da dies zu Wurzelfäule führen kann. Das Substrat sollte gleichmäßig feucht gehalten werden, aber nicht nass. Überprüfe den Feuchtigkeitsgehalt des Bodens regelmäßig, indem du einen Finger in die Erde steckst.
  9. Düngung: Um das Wachstum und die Gesundheit deines Spitzahorn-Bonsai zu fördern, dünge ihn während der Wachstumsperiode regelmäßig mit einem ausgewogenen Bonsai-Dünger. Achte darauf, die Anweisungen auf der Verpackung zu befolgen, um Überdüngung zu vermeiden, die zu Schäden an den Wurzeln führen kann.
  10. Umtopfen: Spitzahorn-Bonsai sollten alle paar Jahre umgetopft werden, um die Gesundheit der Wurzeln zu erhalten und das Wachstum zu fördern. Dies sollte im zeitigen Frühjahr erfolgen, bevor neues Wachstum einsetzt. Verwende ein gut drainierendes Bonsai-Substrat und achte darauf, die Wurzeln beim Umtopfen vorsichtig zu beschneiden, um das Wurzelwachstum zu fördern.
  11. Krankheitsbekämpfung: Halte deinen Spitzahorn-Bonsai auf mögliche Schädlinge wie Blattläuse, Spinnmilben und Schuppeninsekten sowie auf Krankheiten wie Pilzinfektionen und Blattfleckenkrankheiten. Regelmäßige Inspektionen und gegebenenfalls eine Behandlung mit geeigneten Insektiziden oder Fungiziden können dazu beitragen, Schäden zu minimieren.

Insgesamt ist der Spitzahorn eine interessante Wahl für Bonsai-Enthusiasten, die gerne mit verschiedenen Baumarten experimentieren möchten und die Herausforderung genießen, die spezifischen Eigenschaften dieses Baumes in einem Bonsai zu gestalten.

Mehr zum Spitzahorn (Acer platanoides) >>HIER<<

Eine kleine Bilderauswahl zum Spitzahorn (Acer platanoides)

Gruß – Gernot aka Bonsai-Treff aus Müggelheim (Berlin-Köpenick)

Bilderquellen (mit großen Dank an:)
– Sandro von Sandro’s Koi & Bonsai
– Henryk von Bonsai+Care (Titelbild)

externer Link

Alle Baumprofile in absteigender Reihenfolge ihres Erscheinens => HIER

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