Das ungleichseitige Dreieck ist die Grundform, auf die der Umriss eines Bonsai gebracht wird.
不等辺三角形 · futōhen sankakkei · wörtlich Dreieck mit ungleichen Seiten
Stand: 2026-09-24
Was gemeint ist
Für jede der neun Grundformen, darunter Chokkan, Moyogi, Kengai und der Literatenbaum, gilt als Grundlage, die Gesamtgestalt als ungleichseitiges Dreieck anzulegen.
Die drei Ecken bilden die Spitze des Akzentastes, der Wipfel und die Spitze des Gegenastes auf der anderen Seite. Ein spiegelgleicher Umriss wirkt unnatürlich. Auch jede Astpartie hat für sich einen solchen Umriss, sodass der ganze Baum eine Ansammlung ungleichseitiger Dreiecke ist.
In der Praxis
- Der Umriss wird nur grob als Dreieck gedacht und nicht mit geraden Kanten geschnitten, denn der wirkliche Umriss springt unregelmäßig vor und zurück, und Astspitzen auf einer geraden Linie wirken künstlich.
- Der Gegenast steht meist auf der Seite, die dem Akzentast gegenüberliegt.
- Auch die Draufsicht wird als Dreieck angelegt, indem die Äste nach vorn und hinten verteilt werden.
Häufige Verwechslung
Die Regel ist mit einem Begriff der Geometrie benannt und nicht mit dem ästhetischen Begriff Fukinsei. Als Gütemerkmal gilt neben der Astverteilung ausdrücklich die Balance, verlangt sind also Ungleichheit und Ausgewogenheit zugleich.
Verwandte Begriffe
Quellen
- 公益社団法人全日本小品盆栽協会, Kolumne „基本的な樹形・盆栽美“ vom 12. Mai 2022, abgerufen am 2026-09-24
- 近代出版, 盆栽用語集, Eintrag うけえだ【受け枝】, abgerufen am 2026-09-24
- 近代出版, 初歩から学べる盆栽教室, Lektionen „10.樹形構想“ und „11.枝配置のポイント“, abgerufen am 2026-09-24
