Mykorrhiza ist eine von einem Pilz besiedelte Wurzel, die je nach Pflanzenart verschiedene Formen annimmt.
Stand: 2026-09-23
Was gemeint ist
Bei der Ektomykorrhiza ummantelt der Pilz die Feinwurzelspitzen mit einem dichten Fadengeflecht, dringt zwischen die Wurzelrindenzellen ein und bildet dort das Hartigsche Netz. Bei der Endomykorrhiza bildet er keinen Mantel, dringt aber in die Pflanzenzellen selbst ein und formt dort je nach Partnerpaar unterschiedliche Strukturen.
Die Pilze liefern den Pflanzen Stickstoff und erhalten dafür einen Teil des Kohlenstoffs, den die Pflanzen durch Photosynthese binden.
Alle Buchenartigen und Kieferngewächse bilden Ektomykorrhiza, unter den Bonsaiarten also etwa Kiefern, Buchen und Eichen. Ahorne, Eschen, Vogelbeeren, weitere Obstgehölze und als eine der wenigen Nadelbaumarten die Eibe bilden dagegen arbuskuläre Mykorrhizen.
In der Praxis
- Im Freiland verringert Düngung die Menge an Mykorrhiza, reichlich Phosphor stärker als Stickstoff. Das stützt die Annahme, dass Pflanzen vor allem dann in Pilzpartner investieren, wenn die Nährstoffe im Boden knapp sind.
Häufige Verwechslung
Weiße Fäden an der Wurzel sind noch kein Nachweis der Pilzpartner. Einzelne Pilzarten lassen sich zwar an äußeren Merkmalen erkennen, für die Bestimmung der Artenzusammensetzung sind aber genetische Methoden nötig.
Verwandte Begriffe
Quellen
- Peter und Treindl, „Mykorrhizapilze – die geheimen Helfer im Wald“, Bündner Wald 75 (2022), S. 40–46, WSL, abgerufen am 2026-09-23
- Hobbie und Hobbie, „15N in symbiotic fungi and plants estimates nitrogen and carbon flux rates in arctic tundra“, Ecology 87 (2006), Heft 4, S. 816–822, abgerufen am 2026-09-23
- Treseder, „A meta-analysis of mycorrhizal responses to nitrogen, phosphorus, and atmospheric CO2 in field studies“, New Phytologist 164 (2004), S. 347–355, abgerufen am 2026-09-23
