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Hecken-Methode

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Die Hecken-Methode ist eine Schnittweise für Laubbäume im Aufbau, bei der die frei ausgetriebene Krone wie eine Hecke auf ihre Silhouette gestutzt wird.

Stand: 2026-09-28

Was gemeint ist

Walter Pall wendet sie seit Jahrzehnten an all seinen Laubbäumen an und hält sie für viele Laubbaumarten gültig. Im Aufbau soll der Baum möglichst viel wachsen, denn viele Blätter liefern die Energie, die in neue Knospen und neuen Austrieb geht. Dabei werden Äste und Stamm dicker, ebenso der Wurzelansatz, und es bilden sich viele neue sichtbare und schlafende Knospen.

Auf den radikalen Rückschnitt treiben viele schlafende Knospen aus, auch am alten Holz, und die Krone wird dichter, so wie eine richtig geschnittene Hecke. Die zu langen Internodien und die größten Blätter wachsen am Ende der neuen Triebe und fallen dem Schnitt zum Opfer.

Der Preis ist, dass der Baum über Jahre nur selten vorzeigbar ist.

In der Praxis

  • Den ersten Austrieb im Frühjahr lässt du frei wachsen, bis er nach etwa sechs Wochen ausreift.
  • Sechs bis acht Wochen nach dem Austrieb, in Mitteleuropa etwa Mitte Mai bis Anfang Juni, schneidest du die Krone mit einer großen Schere auf ihre vorige Silhouette zurück.
  • Wo genau du schneidest und ob dabei Blätter durchtrennt werden, ist unerheblich, der teilweise Blattschnitt bringt sogar Licht und Luft in die Krone.
  • Den zweiten Austrieb lässt du bis Anfang August stehen und schneidest ihn dann ebenfalls ganz zurück.
  • Nach Anfang August schneidest du nicht mehr, denn die dann noch grünen Zweige überstehen den Winter nicht.
  • Von Anfang Oktober bis März kann die Krone erneut geschnitten werden, ohne dass der Baum neu austreibt.
  • Nach dem Laubfall entfernst du die Aststummel, die der Heckenschnitt hinterlassen hat.
  • Die meisten Zweige schneidest du dann bei gegenständigen Arten wie Ahorn auf eine Knospe zurück, bei wechselständigen wie der Hainbuche auf zwei.
  • Soll ein Ast oder Stammteil dicker werden, lässt du dort einzelne Triebe die ganze Saison als Opferäste wachsen.

Häufige Verwechslung

Beim Pinzieren werden die neuen Triebe gleich nach dem ersten Austrieb auf ein oder zwei Knospen eingekürzt. Pall hält das im Aufbau für falsch, weil das Entfernen des frühen Austriebs den Baum stark schwächt, und nur für geeignet, einen fertigen Baum eine Zeit lang zu erhalten. Ist der Baum fertig, kann für eine Ausstellung wieder pinziert werden.

Verwandte Begriffe

Quellen

  • Walter Pall, Blog „Walter Pall Bonsai Adventures“, Beitrag „Refurbishing a Japanese maple – the hedge cutting method“ vom 11. Februar 2013, abgerufen am 2026-09-28
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