Ein Seitenast ist ein Ast, also ein stärkerer Zweig, der unmittelbar aus dem Stamm hervorgeht.
Stand: 2026-09-28
Was gemeint ist
Die Äste, die das Gerüst des Baumes festlegen, heißen Yakueda, Äste mit einer Aufgabe. Im engeren Sinn sind das der erste Ast, der zweite Ast und der Rückast, im weiteren Sinn alle für die Form wichtigen Äste. Dazu gehört etwa der Gegenast, der die Kraft des Blickfangastes ausgleicht und meist auf der anderen Stammseite sitzt.
Die Reihenfolge, in der die Äste mit Aufgabe am Stamm sitzen, heißt Edajun. Als Grundlage gilt, dass sie von unten gesehen abwechselnd rechts, links, rechts austreten. Äste, die nach hinten wachsen, geben dem Baum Tiefe.
Sitzen die Äste gehäuft auf einer Stammseite, gilt das beim Moyōgi als Makel, beim windgepeitschten Fukinagashi dagegen wirkt es.
In der Praxis
- Werden die Aufgaben der Äste an einem jungen Baum früh festgelegt, ist für jeden Ast klar, wozu er dient, und die Gestaltung lässt sich besser planen.
- Beim Schneiden und Drahten achtest du darauf, die Äste nicht flach in eine Ebene zu legen.
- Beim Moyōgi setzt du die Äste an die Außenseiten der Stammbiegungen, das sieht besser aus und hält die Form leichter.
- Ein Ast, der weit über den Umriss hinaus und viel kräftiger wächst, zieht die Kraft auf sich, sein Ansatz wird klobig und feine Äste sterben ab. Brauchst du ihn nicht, entfernst du ihn früh, sonst leitest du ihn an einer Stelle mit guter Verjüngung auf einen Zweig um, der an seine Stelle tritt.
Häufige Verwechslung
Der unterste Ast heißt Erster Ast, Ichi-no-eda, gezählt vom Stammfuß aus. Seine Lage und sein Verhältnis zur Stammdicke prägen die ganze Form.
Verwandte Begriffe
Quellen
- Duden, Wörterbuch, Eintrag „Ast“, abgerufen am 2026-09-28
- 近代出版, 盆栽用語集, Einträge やくえだ【役枝】, いちのえだ【一の枝】, うけえだ【受け枝】, うしろえだ【後ろ枝】, えだじゅん【枝順】, かたえだ【片枝】, もようぎ【模様木】 und はしりえだ【走り枝】, abgerufen am 2026-09-28
