Der Wurzelschnitt ist das Einkürzen der Wurzeln beim Umtopfen, nachdem das alte Substrat abgetragen und die Wurzeln gelöst wurden.
根捌き · nesabaki · wörtlich Wurzelarbeit · auch 根処理
Stand: 2026-09-24
Was gemeint ist
Der Schnitt gehört zum Nesabaki, dem Abtragen des Substrats mit einem Rechen und dem Lösen der Wurzeln beim Umtopfen. Erst wenn das Lösen zu einem gewissen Grad abgeschlossen ist, werden die Wurzeln eingekürzt, und zwar nach und nach und nicht in einem Zug. Wie viel geschnitten wird, richtet sich nach diesem schrittweisen Vorgehen und der Vitalität des Baumes, nicht nach einem festen Anteil.
In der Praxis
- Die Pfahlwurzel wächst bei Sämlingen zuerst senkrecht nach unten und macht durch ihre Kraft den Stamm hoch und dick; für die Kultur in der Schale ist sie entbehrlich und wird in einem frühen Stadium entfernt, weil sonst nicht genug Kraft in die Seitenwurzeln gelangt.
- Die Wurzel unmittelbar unter dem Stamm wird bei einem schon gestalteten Baum beim Umtopfen häufig tief eingekürzt, weil das dem Zudicken und dem Langwerden entgegenwirkt und eine flachere Schale möglich macht. Das geschieht nur, wenn die Vitalität nicht nachgelassen hat.
- Die überlange Einzelwurzel wird beim Umtopfen durch eine dünne ersetzt oder entfernt.
- Verschlungene Wurzeln werden gelöst, bei größerer Menge geschnitten, weil sie dem Bild des Wurzelansatzes schaden.
- Die oberflächennahen und die waagerecht verlaufenden Wurzeln bleiben, denn sie bilden den Wurzelansatz, und der gilt als Grundlage der Bonsaibetrachtung.
- Unmittelbar nach dem Eingriff wird bei stark verringerter Wurzelmasse für einen gewissen Zeitraum Wasser auf die Blätter gegeben, wodurch sich die Verdunstung aus den Blättern dämpfen lässt.
Verwandte Begriffe
Quellen
- 近代出版, 盆栽用語集, Einträge ねさばき【根捌き】, ちょっこん【直根】, よこね【横根】, そこね【底根】, はしりね【走り根】, からみね【絡み根】, うわね【上根】, ねばり【根張り】 und はみず【葉水】, abgerufen am 2026-09-24
