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Decandling

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Decandling ist das Abschneiden der Frühjahrstriebe an Kiefern mit zwei Austrieben im Jahr, damit der zweite kürzere Nadeln und mehr Äste bringt.

芽切り · megiri · wörtlich Knospen schneiden · auch Tanyōhō

Stand: 2026-09-28

Was gemeint ist

Die im Frühjahr ausgetriebenen Knospen werden um den Juni herum einmal abgeschnitten, und weitergezogen wird der zweite Austrieb, der danach kommt. Die Arbeit gleicht die Kraft der Knospen an, erhöht die Zahl der Äste und bringt die Nadeln auf eine Länge. Der Leitgedanke ist, das Starke stark zu bremsen und das Schwache zu stützen. Der zweite Name der Technik, Tanyōhō, heißt wörtlich Kurznadelmethode.

Ob eine Kiefer Decandling verträgt, hängt davon ab, ob sie im Jahr einen oder zwei Austriebe bildet. Zwei Austriebe bilden klassisch die Japanische Schwarzkiefer und die Japanische Rotkiefer, die von Natur aus ihre ersten Triebe oft durch Stürme verlieren und dann ein zweites Mal austreiben. Kiefern mit nur einem Austrieb im Jahr schadet das Decandling. Dazu gehören die Mädchenkiefer ebenso wie die in Europa verbreitete Waldkiefer, die Bergkiefer und die Gelbkiefer.

Tanyōhō im engen und im weiten Sinn

Im engen Sinn ist Kurznadelmethode schlicht der zweite Name des Kerzenschneidens. Im weiten Sinn bezeichnet dasselbe Wort die ganze Folge aus Kerzenschneiden von Juni bis Juli, Ausdünnen der überzähligen Knospen von Juli bis August und Auslichten der vorjährigen Nadeln von September bis Oktober.

Früher wurde die Nadellänge durch scharfen Entzug von Dünger und Wasser gebremst, während die Kurznadelmethode kurze Nadeln bei erhaltener Gesundheit des Baumes erlaubt.

Warum die Arbeit nicht mit dem Schnitt endet

Aus den zweiten Knospen werden anschließend die brauchbaren ausgewählt und die überzähligen ausgedünnt; dieser Schritt heißt Mekaki. Ohne ihn stehen an derselben Stelle mehrere Triebe, und die Verzweigung wird dicht statt fein. Der Zeitpunkt lässt sich feiner abstimmen, die Arbeit auf zwei oder drei Durchgänge aufteilen oder nur auf einen Teil des Baumes anwenden.

In der Praxis

  • Vor dem Decandling wird geklärt, ob die Kiefer einen oder zwei Austriebe im Jahr bildet.
  • An der Schwarzkiefer beginnt die Arbeit um den 20. Juni herum, bei alten Bäumen etwas früher und bei Kleinbonsai erst ab Juli.
  • Die Rotkiefer kommt rund eine Woche früher an die Reihe als die Schwarzkiefer.
  • Der Juni ist der Bezugspunkt, nicht ein fester Tag, denn der Zeitpunkt wird je nach Baum verschoben.
  • Bei Kiefern mit nur einem Austrieb werden die Frühjahrstriebe nicht abgeschnitten, sondern nur ausgewählt und eingekürzt.
  • Wer nur einen Teil der Äste bearbeitet, steuert damit gezielt die Kraftverteilung im Baum.

Häufige Verwechslung

Bei Midori-tsumi werden die weichen Neutriebe im Frühjahr gekniffen, bevor sich die Nadeln öffnen. Üblich ist das bei Schwarzkiefer, Rotkiefer und Mädchenkiefer.

Verwandte Begriffe

Quellen

  • 近代出版, 盆栽用語集, Einträge めきり【芽切り】, めつみ【芽摘み】 und みどりつみ【ミドリ摘み】, abgerufen am 2026-09-23
  • 近代出版, 今月の作業・管理レシピ, Seiten 5月〜6月 und 6月〜7月, abgerufen am 2026-09-24
  • さいたま市大宮盆栽美術館, 盆美ニュース「ジンシャリ」Vol.55, abgerufen am 2026-09-24
  • Bonsai Empire, „Care guide for Pine Bonsai species (Pinus)“, abgerufen am 2026-09-25
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