Eine Drahtnarbe ist die Spur, die ein Draht hinterlässt, der in Stamm oder Ast eingeschnitten hat.
Stand: 2026-09-23
Was gemeint ist
Damit keine Narbe entsteht, wird der Draht abgenommen, bevor er in Stamm oder Ast einschneidet, bei Laubgehölzen früh, weil sie schnell dicker werden. Hat sich die Stellung bei der Abnahme noch nicht eingeprägt, wird erneut gedrahtet.
Den Zeitpunkt der Abnahme bestimmt ein Ereignis am Baum und nicht eine Frist, und Maßstab ist das Ergebnis. Manche japanische Quellen setzen ihn später an und lassen den Draht erst abnehmen, wenn er in den Ast einschneidet.
In der Praxis
- Am fertigen Baum wird üblicherweise gar nicht gedrahtet, sondern nur ein ausbrechender Ast einzeln korrigiert.
- Gewickelt wird im Winkel von etwa fünfundvierzig Grad in die Richtung der Biegung, und der Draht liegt an der Stelle an, an der die Biegung entsteht, damit der Ast weniger leicht bricht.
Häufige Verwechslung
Totholz an Stamm oder Ast gilt als Schaustück, dessen Kunstfertigkeit die Bewertung erheblich verändern kann. Eine Drahtnarbe gilt dagegen als etwas, das zu vermeiden ist.
Verwandte Begriffe
Quellen
- 公益社団法人全日本小品盆栽協会, Kolumne „初夏の手入れ‐葉刈り 整枝“, Abschnitt 整枝(針金かけ), abgerufen am 2026-09-23
- 近代出版, 盆栽用語集, Eintrag はりがねかけ【針金かけ】, abgerufen am 2026-09-23
