Spinnmilben sind saugende Schädlinge, die an Blattunterseiten sitzen und bei starkem Befall ein dichtes Gespinst bilden.
Stand: 2026-09-23
Was gemeint ist
Im geschützten Anbau tritt vor allem die Gemeine Spinnmilbe auf, wissenschaftlich Tetranychus urticae. Die Tiere sitzen auf der Unterseite der Blätter und sind von oben kaum zu sehen.
Das Schadbild beginnt mit gelblichen Sprenkelungen auf dem Blatt und geht bei fortschreitendem Befall in Braunfärbung über, bis ganze Blätter und Triebe absterben. Erst spät kommt das dichte Gespinst dazu, das dem Tier seinen Namen gibt.
Spinnmilben bevorzugen trockene und warme Luft, und ein Baum, der so gehalten wird, bietet ihnen die besten Bedingungen. Abwaschen oder Abbrausen wirkt nur unzureichend, denn ein Restbefall bleibt und breitet sich rasch wieder aus.
An Nadelgehölzen im Freien lebt eine eigene Art, die Nadelholzspinnmilbe, wissenschaftlich Oligonychus ununguis. Sie sitzt sehr häufig an Fichten, Tannen, Thujen und Scheinzypressen, sehr selten auch an Kiefer und Lärche. Der Schaden beginnt meist im Kroneninneren, die Nadeln vertrocknen und fallen bei starkem Befall ab, was häufig mit einem Trockenschaden verwechselt wird. Gespinste sind an ihr im Freien selten. Sie überwintert als kältefestes Ei und kann sich bei günstiger Witterung schon ab Mitte März vermehren.
In der Praxis
- An Laubblättern gehört die Kontrolle auf die Blattunterseite, nicht auf die Oberseite.
- Weil geschädigte Blätter sich nicht erholen, zählt die frühe Kontrolle mehr als jede spätere Maßnahme.
- An Nadelgehölzen wird das Kroneninnere mit der Lupe abgesucht, denn oft sind dort nur noch leere Eihüllen und Häutungsreste zu sehen.
- Trocken-warme, lichtarme Standorte und Überdüngung begünstigen die Nadelholzspinnmilbe, vorgebeugt wird mit ausreichendem Gießen und ohne Überdüngung.
- Regelmäßiges Gießen hält den Baum in Kraft.
Häufige Verwechslung
Gespinstmotten hinterlassen ebenfalls Gespinste, sitzen aber als Raupen offen am Trieb und nicht als winzige Tiere auf der Blattunterseite.
Verwandte Begriffe
Quellen
- Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, „Spinnmilben als Schädlinge“, Stand 17. September 2020, abgerufen am 2026-09-23
- 近代出版, 初歩から学べる盆栽教室, Abschnitt 05.水やり, abgerufen am 2026-09-23
- Pflanzenschutzamt Berlin, Fragen und Antworten, Rubrik Sommer, abgerufen am 2026-09-24
- Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES), „Nadelholzspinnmilbe“, aktualisiert am 10. März 2025, abgerufen am 2026-09-25
