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Blattläuse

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Blattläuse sind pflanzensaugende Insekten, die in Kolonien an Blattunterseiten, saftigen Trieben und Knospen sitzen.

Stand: 2026-09-23

Was gemeint ist

Der gültige Name der Familie ist Aphididae. Blattläuse gehören zu den Pflanzenläusen unter den Schnabelkerfen.

Aus den Eiern schlüpfen im Frühjahr Weibchen, die ohne Befruchtung weibliche Jungtiere gebären. Auf diesem Weg sind sechs bis zehn Generationen im Jahr möglich. Vom Jungtier bis zum erwachsenen Tier vergehen ein bis zwei Wochen.

Aus dem Pflanzensaft verwerten die Tiere vor allem Eiweißbestandteile und scheiden den Zucker als Honigtau wieder aus, der die Blattoberseite als klebrige, lackartige Schicht überzieht. Siedeln sich darauf Rußtaupilze an, färbt sich der Belag schwarz und die Photosyntheseleistung sinkt. Gestauchte Triebe und verformte Blätter gehen nicht auf den Saftentzug zurück, sondern auf den giftigen Speichel, den viele Arten beim Saugen abgeben. An Nadelgehölzen wiegt dieser Speichel schwerer als der Saftentzug, und schon wenige Einstiche lassen Nadeln absterben. Schwerer als der Schaden am einzelnen Trieb wiegt die Rolle als Überträger von Pflanzenviren.

Was einen Befall begünstigt

Pflanzen, denen es an Wasser und Nährstoffen mangelt, leiden stärker unter Blattläusen als gut gepflegte. Ein windoffener Standort verringert den Erstbefall durch zufliegende Tiere.

Die Fichtenröhrenlaus vermehrt sich besonders nach milden Wintern stark und tritt in warmen, geschützten Lagen verstärkt auf. Erkannt wird ihr Schaden meist zu spät, denn wenn sich die Nadeln verfärben und abfallen, sind die Läuse schon fort, und abgefallene Nadeln wachsen nicht nach.

Warum an der Lärche Fichtenläuse sitzen

Ein Teil der Arten wechselt im Jahreslauf zwischen zwei Wirtspflanzen, ein anderer bleibt auf derselben. Die Rote und die Grüne Fichtengallenlaus haben die Fichte als Hauptwirt und die Europäische Lärche als Nebenwirt. Die Fichtenröhrenlaus dagegen lebt ausschließlich auf Fichten und wechselt zu keiner anderen Gehölzart.

In der Praxis

  • Die Kontrolle gehört an Blattunterseiten, Triebspitzen und Blüten, denn dort sitzen die Tiere.
  • Gefährdete Fichten werden vom zeitigen Frühjahr bis Anfang Juni kontrolliert, im März und April durch Abklopfen eines Zweiges aus dem Kroneninneren über einem weißen Blatt.
  • Eine klebrige Schicht auf der Blattoberseite ist ausgeschiedener Honigtau und damit das früheste sichere Zeichen.
  • Die Kolonien tragen geflügelte und ungeflügelte Tiere nebeneinander, was sie von Einzelfunden unterscheidet.
  • Ameisen begünstigen die Ausbreitung, weil sie die Tiere vor Feinden schützen und weitertragen.
  • Treten Marienkäfer, Florfliegen, Schwebfliegen, Schlupfwespen oder Gallmücken auf, erübrigen sich weitere Maßnahmen meist.

Häufige Verwechslung

Spinnmilben sitzen ebenfalls auf der Unterseite der Blätter, stechen aber einzelne Pflanzenzellen an und saugen deren Zellsaft aus. Auf der Blattoberseite zeigen sich bei ihnen zuerst gelbliche Sprenkelungen. Blattläuse stechen dagegen die Leitungsbahnen an und hinterlassen Honigtau.

Verwandte Begriffe

Quellen

  • Catalogue of Life (ChecklistBank, Datensatz 3LR), Eintrag Aphididae, ID 8NKH2, abgerufen am 2026-09-23
  • AGES, Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, Schaderreger-Steckbrief „Blattläuse (Aphidoidea)“, aktualisiert 3. Oktober 2025, abgerufen am 2026-09-23
  • Landwirtschaftliches Technologiezentrum Augustenberg, „Hinweise zur Pflanzengesundheit — Haus- und Kleingarten: Blattläuse“, Stand Juni 2026, abgerufen am 2026-09-23
  • Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Merkblatt „Integrierter Pflanzenschutz — Rosen“, abgerufen am 2026-09-23
  • Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, „Läuse an Nadelgehölzen — Biologie und Gegenmaßnahmen“, abgerufen am 2026-09-23
  • Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, „Spinnmilben als Schädlinge“, Stand 17. September 2020, abgerufen am 2026-09-23
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