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Auslichten

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Auslichten ist ein Schnitt, der die Menge an Trieben, Blättern und Ästen verringert, statt die vorhandenen einzukürzen.

Stand: 2026-09-23

Was gemeint ist

Japanisch heißt der Vorgang Sukasu, das Verringern der Menge an Blättern, Knospen, Ästen oder Wurzeln. Er dient der Regulierung der Wuchskraft, der besseren Durchlüftung und Besonnung sowie dem Ausgleich der Balance im ästhetischen Sinn. Der Schnitt überhaupt, japanisch Sentei, soll Lichtmangel im Kroneninneren und in der stammnahen Astzone verhindern und durch bessere Durchlüftung dem Befall durch Krankheiten und Schädlinge vorbeugen. Im japanischen Gartenbau ist der Kern des Schnitts, alte Äste durch neue zu ersetzen und den Baum dadurch zu verjüngen.

Die stammnahe Innenzone heißt japanisch Futokoro, und für die als ideal geltende Bonsaiform sind dort viele Verzweigungen erwünscht. Ohne Beachtung von Besonnung und Durchlüftung sterben auch die bereits vorhandenen Äste und Knospen dieser Zone ab. Je größer die äußeren Knospen und Äste werden, desto schlechter kommen Licht und Luft ins Innere, und die inneren Knospen werden zusehends schwächer. Fehlen die inneren Knospen erst, lässt sich der Baum nicht mehr zurückschneiden. Schlafknospen bilden sich gehäuft an Stellen mit schlechten Licht- und Luftverhältnissen. Tot sind sie nicht, denn ein Reiz wie der Rückschnitt bringt sie wieder in Bewegung.

In der Praxis

  • Beim Auslichten werden zu lang gewachsene oder zu dicht stehende Äste maßvoll herausgenommen, was neben dem Erhalt des schönen Eindrucks Besonnung und Durchlüftung verbessert.
  • Die Grobauslichtung nimmt vor allem die Meideäste heraus, also lange, mit anderen verflochtene, nach innen zum Stamm oder abwärts wachsende Äste, und zwar am Astansatz.
  • Die Feinauslichtung arbeitet an den Astspitzen, und an der Verzweigung bleiben dort die äußeren Äste und Blätter stehen. Bleiben stattdessen die inneren stehen, wächst der Ast zum Stamm hin und die Baumform gerät erheblich durcheinander.
  • Werden die äußeren Äste zu stark, wird ihre Kraft gebremst, damit die inneren Knospen am Leben bleiben.

Häufige Verwechslung

Das Astabnehmen ist eine eigene Arbeit, bei der starke Äste mit der Säge am Stammansatz entfernt werden, um einen zu groß gewordenen Baum kleiner umzubauen.

Das Einkürzen heißt japanisch Oikomi und schneidet bis unmittelbar hinter eine stammnah sitzende Knospe zurück. Dabei soll diese Knospe austreiben und der Ast mit ihr neu aufgebaut werden. Das Auslichten verringert dagegen die Menge und nicht die Länge.

Verwandte Begriffe

Quellen

  • 近代出版, 盆栽用語集, Einträge すかす【透かす】, せんてい【剪定】, ふところ【フトコロ】, ねむりめ【眠り芽】 und おいこみ【追い込み】, abgerufen am 2026-09-23
  • 近代出版, 初歩から学べる盆栽教室, Lektion „06.せん定“, abgerufen am 2026-09-24
  • 一般社団法人日本造園組合連合会, 造園豆知識 / 庭師の手ほどき, „Schnitt, der den Baum leben lässt: Astabnahme und Astauslichtung“, abgerufen am 2026-09-23
  • 一般社団法人日本造園組合連合会, 造園豆知識 / 庭師の手ほどき, „Gärtner schneiden keine Äste“, abgerufen am 2026-09-23
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